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Bestands- und Bedarfsanalyse: Präventionsangebote von Apotheken

ORIGINALIA

 
Bestands- und Bedarfsanalyse

Präventionsangebote von Apotheken


Von Frank Dörje2,4, Mirjam Gnadt2,4, Kristina Leuner3, Helmut Schlager1 und Karin Schmiedel1 / Das WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen führte 2010/2011 das Projekt »Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken« durch. Ziel war es , den Ist-Zustand der Präventionsan­gebote zu ermitteln. Zudem sollte erfragt werden, welche Präventionsangebote Apothekenkunden als wichtig erachten.

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In Deutschland ist die Notwendigkeit, Angebote im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung zu schaffen, im Sozialgesetzbuch V in den §§ 20 und 20a verankert (1). Obwohl bundesweit zahlreiche Präventionsprojekte in Apotheken bekannt sind (2), wurde bislang keine systematische Übersicht der Präventionsaktivitäten von Apotheken erstellt.




Bei Apothekenkunden besonders beliebt: der Impfpass-Check.

Foto: Shutterstock/Micha Rosenwirth


Das WIPIG führte daher eine Bestandsanalyse in öffentlichen Apotheken in Kooperation mit der Universität Erlangen-Nürnberg durch. Zudem wurde der Bedarf an Präventionsangeboten durch eine Befragung in der Bevölkerung ermittelt. Die Analysen hatten zum einen zum Ziel, eine genaue Beschreibung des Ist-Zustandes der Präventionsangebote in öffentlichen Apotheken vorzunehmen. Zum anderen sollte durch eine repräsentative Umfrage ermittelt werden, welche Präventionsangebote Apothekenkunden für wichtig erachten. Übergeordnetes Ziel war es, durch die erhobenen Daten eine Priorisierung von Präventionsprojekten vorzunehmen, welche in Zukunft erfolgreiche Angebote von Apotheken darstellen können.

 

Bestandsanalyse – Methodik

 

Die Bestandsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken startete im Juli 2010. Zunächst wurde in vier Pretests ein Fragebogen entwickelt, um die Präventionsaktivitäten von Apotheken zu erheben (3). Dieser wurde im September 2010 an alle 3470 bayerischen Apotheken postalisch versandt. Außerdem bestand die Möglichkeit, den Fragebogen auf www.wipig.de online zu beantworten.

 

Bestandsanalyse – Ergebnisse

 

Bis Ende Dezember wurden 583 Fragebögen von Apothekern beantwortet, davon 519 aus bayerischen Apotheken. Dies entspricht einem Anteil von etwa 15 Prozent der bayerischen Apotheken.

 

Mit 72 Prozent bewertete der überwiegende Teil der Apotheken Prävention und Gesundheitsförderung als wichtig im täglichen Umgang mit ihren Kunden. Der wichtigste Anbieter von Präventionsdienstleistungen ist aus Sicht der Befragten zu 89 Prozent die Apotheke. Unter den – aus Apothekensicht – fünf wichtigsten Anbietern waren außerdem Schulen, Kindergärten beziehungsweise Kindertagesstätten, Krankenkassen und Ärzte zu finden. Fast alle (96 Prozent) teilnehmenden Apotheker erachteten die Zusammenarbeit mehrerer Partner im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung als sinnvoll. 23 Prozent der teilnehmenden Apotheker arbeiteten bereits mit Kooperationspartnern zusammen, weitere 68 Prozent könnten es sich vorstellen.


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In mehr als der Hälfte der teilnehmenden Apotheken wurde mindestens einmal im Jahr ein Vortrag zu Präventionsthemen gehalten und 61 Prozent hatten bereits Präventionsaktionen angeboten. Die Themen, zu welchen Vorträge oder Aktionen von Apotheken veranstaltet wurden, umfassten die Früherkennung und Prävention wichtiger Volkskrankheiten wie Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Venenleiden und Osteoporose. Die Präventionsangebote wurden – gemäß Einschätzung der Apotheken – von den Kunden im Durchschnitt gut angenommen (Abbildung 1). Als häufigste Gründe, warum bislang keine Präventionsaktivitäten durchgeführt wurden, wurden Zeitmangel, fehlende personelle Ressourcen sowie unzureichende wirtschaftliche Rentabilität genannt.

 

Ihr Präventionsengagement haben bislang 60 Prozent nicht evaluiert, insbesondere da die Evaluation als zu zeitaufwendig empfunden wurde. Um eine Evaluation vornehmen zu können, wurden von einzelnen Teilnehmern einfach anwendbare Evaluationstools gewünscht. Als ihr erfolgreichstes Präventionsprojekt beschrieben über 50 Apotheken das Abnehmprogramm »Leichter Leben in Deutschland«. Die hieran beteiligten Apotheker zeichneten sich überwiegend durch die gemäß Curriculum der Bundesapothekerkammer absolvierte Weiterbildung im Bereich Ernährungsberatung aus.

 

Bedarfsanalyse – Methodik

 

Im Februar 2011 wurden insbesondere aus der Gruppe von zum Präventionsmanager WIPIG® (www.wipig.de/praeventionsmanager) qualifizierten Apothekern mittels E-Mail-Rundschreiben Teilnehmer für die Durchführung der Befragung ihrer Apothekenkunden zu deren Präventionsinteresse rekrutiert. Insgesamt erklärten sich 52 Apotheken bereit, die Befragung durchzuführen. Die Verteilung der Fragebögen erfolgte in den Apotheken in unterschiedlicher Weise. Die Mehrzahl der Apotheken sprachen die Kunden direkt an; teilweise wurde der Fragebogen als Beilage in eine Kundenzeitschrift gelegt und zum Teil zusammen mit den gekauften Medikamenten in der Einkaufstasche abgegeben. Die meisten Apotheken boten die Möglichkeit an, den Fragebogen direkt in der Apotheke auszufüllen. Für die Fragebogenrückgabe standen einerseits die Apothekenmitarbeiter direkt oder andererseits Einwurfboxen zur Verfügung. Die Befragung in den Apotheken dauerte von Anfang bis Ende März 2011. Der späteste Abgabetermin (31.3.2011) war auf den Fragebögen vorgegeben.

 

Jede Apotheke erhielt im Anschluss von WIPIG die individuelle Auswertung ihrer eingereichten Fragebögen, sodass diese bei der Planung zukünftiger Präventionsangebote berücksichtigt werden kann.

 

Bedarfsanalyse – Ergebnisse

 

Die Befragung konnte in 50 von 52 interessierten Apotheken durchgeführt werden. Da die Fragebögen einer Apotheke auf dem Postweg verloren gingen, wurden 1808 von 9746 verteilten Fragebögen aus 49 Apotheken im Rahmen der Bedarfsanalyse ausgewertet. Die Gesamtrücklaufquote lag dementsprechend bei rund 19 Prozent. Die Teilnehmer der Kundenbefragung waren überwiegend weiblich (74 Prozent), gesetzlich krankenversichert (80 Prozent) und im Median 56 Jahre alt. Die befragten Apothekenkunden können als relativ gesundheitsbewusst bezeichnet werden, da die Mehrzahl nicht raucht, sich überwiegend an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält und 49 Prozent angaben, zwei- bis dreimal pro Woche sportliche Aktivitäten auszuüben. 80 Prozent der Teilnehmer der Befragung interessieren sich für Gesundheitsthemen. Ein Präventionskurs wurde bislang von 34 Prozent der befragten Apothekenkunden besucht. Häufigste Hinderungsgründe, warum bisher kein Präventionskurs besucht wurde, sind fehlende Kenntnis über bestehende Angebote und Zeitmangel.

 

Abbildung 2 (Seite 62) zeigt die zehn beliebtesten Präventionsangebote, welche anhand der Kundenbefragung ermittelt wurden. Zu den zehn Themen, bei welchen die Kunden am häufigsten sehr hohes und hohes Interesse angegeben haben, zählen neben einem Impfpass-Check beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Aktionstag mit Blutfettwertemessung, Aktionstag mit Blutdruckmessung), Hautkrebsprävention und Diabetes (Aktionstag mit Blutzuckermessung). Zusätzlich hatten die Teilnehmer der Befragung die Möglichkeit, als bevorzugten Anbieter »Apotheke« oder »Andere« anzukreuzen. Bezieht man diese Ergebnisse mit ein, so ist festzustellen, dass Apotheken bei 29 von 31 Präventionsthemen im Vergleich zu »anderen Anbietern« als bevorzugter Anbieter genannt wurden. Unter den zehn beliebtesten Präventionsangeboten wird die Apotheke vor allem bei den Aktionstagen mit Blutfettwertemessung (84 Prozent), Blutdruckmessung (88 Prozent), Blutzuckermessung (86 Prozent), zur Venengesundheit (79 Prozent) sowie Osteoporoseprävention (79 Prozent) als bevorzugter Anbieter genannt. Des Weiteren wurden die Apotheken insbesondere bei folgenden Themen als bevorzugter Anbieter genannt: Prävention von Arzneimittelfehlgebrauch und Arzneimittelmissbrauch (90 Prozent), Ernährungsberatung mit Bezug auf bestimmte Erkrankungen (80 Prozent), sowie Aktionstage für Schwangere (79 Prozent).

 

Diskussion

 

Die »Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken« ermöglichte erstmalig einen strukturierten Überblick der Präventionsangebote von Apotheken und ermittelte die Nachfrage der Apothekenkunden an Präventionsangeboten.

 

15 Prozent der bayerischen Apotheken beteiligten sich an der Umfrage. Die Rücklaufquote liegt somit im Bereich der in der Literatur beschriebenen Rücklaufquoten von unter 20 Prozent bei schriftlichen Befragungen (4). Die Ergebnisse zeigen, dass sich Apotheken bereits mit Aktionen, längerfristigen Präventionsprogrammen und Vorträgen in der Prävention und Gesundheitsförderung engagieren. Zu den häufigsten Präventionsangeboten zählten Abnehmprogramme, Aktionstage mit Blutwertemessung (Blutfette, Blutdruck, Blutzucker) und Aktionstage zur Venen- beziehungsweise Knochengesundheit. Als niedrigschwellige Anlaufstelle in Gesundheitsfragen, sehen Apotheken sich in einer optimalen Position, um verschiedenste Gruppen der Gesellschaft zu erreichen. Die Mehrzahl der Apotheken steht einer Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern offen gegenüber, sodass durch Einbeziehung – insbesondere von Schulen, Kindergärten/Kindertagesstätten, Krankenkassen und Ärzten – Synergien gebündelt werden können. Die Befragung der Apotheken hat außerdem gezeigt, dass es erforderlich ist, Gesamtkonzepte für Präventionsprojekte auszuarbeiten (zum Beispiel mit Hintergrundinformationen, Fortbildungen, Vorträgen, Kundeninformationen). Einerseits ist dies wichtig, um den Zeit- und Arbeitsaufwand für die Apotheke niedrig zu halten, andererseits ist es für den Erfolg von Projekten wichtig, dass das Konzept messbare Ergebnisse liefert, die mithilfe einfacher Evaluationsinstrumente festgehalten, ausgewertet und bekannt gemacht werden können.

 

Die Befragung ließ erkennen, dass ein deutlicher Unterschied zwischen der Prävalenz und der volkswirtschaftlichen Bedeutung einiger Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes und dem bisherigen hierbei vergleichsweise geringerem Engagement der Apotheken besteht. Vor dem Hintergrund der Diskrepanzen zwischen Krankheitshäufigkeiten und dem tatsächlichen Angebot von Präventionsaktivitäten war es auch besonders wichtig, eine Befragung in der bayerischen Bevölkerung durchzuführen und mithilfe dieser zu ermitteln, welche Präventionsthemen in Projekten von Apotheken vorrangig angeboten werden sollten.

 

Die Befragung von 1808 Apothekenkunden zeigte, dass Apotheken bei 29 von 31 Präventionsthemen als bevorzugter Anbieter angegeben wurden. Dies belegt, dass sich Apotheken in vielen verschiedenen Präventionsbereichen engagieren sollten. Einschränkend ist hinzuzufügen, dass dieses Ergebnis durch die Befragung in Apotheken verzerrt sein könnte. Die Befragung ermittelte jedoch erstmalig die – aus Kundensicht – wichtigsten Präventionsangebote.

 

Auf Platz 10 der Top Ten-Liste findet sich ein »Aktionstag mit Blutzuckermessung«. Diabetes mellitus ist mit circa sechs Millionen Erkrankten die häufigste chronische Stoffwechselstörung in Deutschland (5). Auch die Häufigkeit des unentdeckten Diabetes wird hoch geschätzt (6). Mit einer Screening-Aktion kann bei erhöhten Werten frühzeitig ein Arztverweis erfolgen. Andererseits ist es notwendig, mit einem Präventionsangebot Risikopersonen nachhaltig in der Vorbeugung von Diabetes mellitus zu unterstützen. Dieser Ansatz wird in der aktuell laufenden Studie GLICEMIA untersucht (7).

 

27 Prozent äußerten Interesse am Thema »Stressbewältigung«, sodass dieses auf dem neunten Platz zu finden ist. Zahlreiche Krankenkassen verfügen über Angebote in diesem Bereich und 111 befragte Apothekenkunden haben auch bereits an Kursen mit Entspannungsübungen teilgenommen. Laut Fehlzeitenreport 2012 sollte dem Anstieg der stressbedingten, psychischen Arbeitsausfälle insbesondere durch geeignete betriebliche Präventionsmaßnahmen begegnet werden (8).

 

Auf dem achten Platz rangiert ein »Aktionstag zur Zahngesundheit«. Apotheker können sich insbesondere am Tag der Zahngesundheit – jährlich am 25. September – engagieren. Durch die Ausrichtung mit Zahnärzten, beispielweise im Rahmen eines gemeinsamen Vortragsabends, können Synergien gebündelt werden. Den siebten Platz nimmt ein »Aktionstag mit Blutdruckmessung« ein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen führten auch im Jahr 2011 die Todesursachenstatistik in Bayern an (9). Dass es möglich ist, durch ein Präventionsprojekt in öffentlichen Apotheken Teilnehmer für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu gewinnen, zeigte die Aktion »Herzensangelegenheit 50+«. Knapp 2000 Teilnehmer nahmen das Angebot wahr, ihr Herzinfarktrisiko in einer der 13 beteiligten Apotheken bestimmen zu lassen. Hierbei wurden insbesondere auch verschiedene Blutfettwerte gemessen, sodass auch Platz 2 – ein »Aktionstag mit Blutfettwertemessung« – bereits Berücksichtigung fand. Zudem bestand die Möglichkeit einer individuellen einjährigen Präventionsbetreuung (10). Auf dem sechsten Platz findet sich das Thema »Stabile Knochen ein Leben lang«. Apotheker können beispielsweise jährlich am 20. Oktober, dem Weltosteoporose-Tag, aktiv werden. Personen, die durch die Einnahme bestimmter Medikamente besonders gefährdet sind, können in Apotheken gezielt auf die Osteoporoseprävention angesprochen werden. WIPIG stellt hierfür den Präventionsratgeber »Starke Knochen« sowie einen Laienvortrag zur Verfügung. Mit 28,8 Prozent rangiert ein »Aktionstag zur Venengesundheit« auf dem fünften Platz. Zu diesem Thema gaben circa 54 Prozent der befragten Apotheken an, bereits Aktionen durchgeführt zu haben. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Prävention von Komplikationen wie Ulcus cruris von enormer Bedeutung. Auf dem vierten Platz ist ein »Aktionstag zur Hautkrebsprävention« zu finden. Zu diesem Thema stellt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit eine Broschüre zur Verfügung. Zudem unterstützt WIPIG die Apotheken mit zwei Vorträgen und einen Beratungsleitfaden. Der dritte Platz wird von einem »Aktionstag zu Vorsorgeuntersuchungen« eingenommen. Apotheker können hierbei als Lotse fungieren, indem sie ihre Kunden informieren, welche Vorsorgeuntersuchungen von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet werden. Wie bereits erwähnt, findet der zweite Platz – ein »Aktionstag mit Blutfettwertemessung« – bereits bei der Aktion Herzensangelegenheit 50+ Berücksichtigung.

 

Mit 35,6 Prozent nimmt ein »Impfpass-Check« den ersten Platz ein. Für den Impfpass-Check sahen 64 Prozent der Kunden die Apotheke als bevorzugten Anbieter. Dass ein Impfpass-Check in Apotheken erfolgreich umgesetzt werden kann und zu einer signifikanten Steigerung von Durchimpfungsraten beiträgt, konnte in Thüringen bereits gezeigt werden (11, 12).

 

Diese Übersicht zeigt, dass sich Apotheken in verschiedenen Präventionsbereichen für die Gesundheit der Bevölkerung engagieren können. Zu zahlreichen Themen stehen zudem unterstützende Materialien zur Verfügung. Für die Themen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes-Prävention führt WIPIG in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern bereits wissenschaftlich begleitete Projekte durch, um eine ordnungsgemäße Evaluation zu ermöglichen.

 

Fazit

 

Die Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken liefert die Grundlage für das künftige systematische Präventionsengagement von Apotheken.

 

Mit der Erhebung konnte gezeigt werden, dass sich zahlreiche Apotheken schon heute – oftmals eigeninitiativ – im Bereich der Prävention engagieren. Sie bieten nicht nur einen niedrigschwelligen Zugang zu Präventionsangeboten, sondern sind auch gerne bereit, sich in Netzwerkstrukturen einzubringen, sodass Synergieeffekte genutzt werden können. Gesamtausführungskonzepte, welche beispielsweise von WIPIG erarbeitet werden, können dazu beitragen, dass die Präventionsaktivität von möglichst vielen Apotheken strukturiert umgesetzt werden kann. Durch eine wissenschaftliche Begleitung können zudem messbare, valide Ergebnisse erhalten werden.

 

Auf Grundlage der Ergebnisse konnten die Präventionsthemen Impfpass-Check, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus als potenzielle Schwerpunkte für zukünftige systematische Präventionsprojekte in Apotheken ermittelt werden.

 

Herzlicher Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit für die finanzielle Förderung sowie allen teilnehmenden Apotheken für die sehr engagierte Durchführung der Kundenbefragung.

 

Ausblick

 

Um eine Übersicht des Präventionsengagements zu erhalten, wurde – über die Befragung der Apotheken hinausgehend – eine weltweite Recherche nach apothekerlichen Präventionsprojekten durchgeführt. Zudem wurden die anfallenden Kosten den tatsächlich erhobenen Gebühren für die Präventionsdienstleistungen gegenübergestellt. Zu diesen Ergebnissen wird demnächst berichtet. /




Abbildung 1: Top 10 der Präventionsdienstleistungen (Aktionen sowie Standardleistungen) in bayerischen Apotheken und deren Akzeptanznote (Selbsteinschätzung)





Abbildung 2: Top 10 der beliebtesten Themen der befragten Apothekenkunden (in Prozent der Teilnehmer der Kundenbefragung, N = 1808)



Literatur

  1. Sozialgesetzbuch V, www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/sgb_5/gesamt.pdf, aufgerufen am 05.02.2013
  2. WIPIG: Präventionsprojekte ausgezeichnet, Pharm Ztg, Nov. 2009, www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=31701
  3. Schmiedel K., Schlager H., Dörje F. Preventive counselling for public health in pharmacies in South Germany. Int J Clin Pharm 2013 35(1):138-144
  4. Diekmann A. Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg. ISBN 3-499-55551-4. 1995
  5. Heidemann C., Du Y., Scheidt-Nave C. Diabetes mellitus in Deutschland. Robert Koch-Institut Berlin. GBE kompakt 2 (3) 2011.
  6. Rathmann W., Haastert B., Icks A. et al. High prevalence of undiagnosed diabetes mellitus in Southern Germany: target populations for efficient screening. The KORA survey 2000. Diabetologia 2003; 46(2): 182-189.
  7. Gensthaler B. M. Präventions-Studie. Apotheker als Lotsen. Pharm Ztg 2012; 157(41): 34.
  8. Badura B., Ducki A., Schröder H. et al. Fehlzeiten-Report 2012, Schwerpunkthema: Gesundheit in der flexiblen Arbeitswelt: Chancen nutzen, Risiken minimieren. Springer-Verlag Berlin. ISBN 978-3-642-29200-2. 2012
  9. Statistisches Bundesamt. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gesundheitliche Lage. Sterblichkeit. Mortalität und Todesursachen. www.gbe-bund.de/, aufgerufen am 5.2.2013.
  10. Grote S., Dörje F., Schlager H. et al. Prevalence of cardiovascular risk factors in 50-70-year old subjects in the northeast of Bavaria/Germany – results of a pilot evaluation in a community pharmacy. Int J Clin Pharm 2012; 34: 235.
  11. Fuchs J. Impfberatung in der Apotheke – ein Beispiel. DAZ 2005; 145(11): 57-60.
  12. Fuchs J. Die große Impfberatung in Thüringens Apotheken. Pharm Ztg 2008; 153(35): 58-63.


Anschrift für die Verfasser

Dr. Helmut Schlager, Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen, Bayerische Landesapothekerkammer , Maria-Theresia-Str. 28 , 81675 München, E-Mail: helmut.schlager(at)blak.aponet.de


1 WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen

2 Arzneimittelinformationsstelle der BLAK am Universitätsklinikum Erlangen

3 Professur für Molekulare und Klinische Pharmazie Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

4 Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen



Beitrag erschienen in Ausgabe 17/2013

 

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