Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Hepatitis C: Mediziner sehen Revolution in der Therapie

NACHRICHTEN

 
Hepatitis C: Mediziner sehen Revolution in der Therapie
 


Ärzte können Hepatitis C heute deutlich besser behandeln als noch vor wenigen Jahren. Der Einsatz von Protease-Inhibitoren hat die Heilungs­chancen deutlich erhöht. Doch dies ist nur ein Zwischen­schritt, sagt Professor Dr. Stefan Zeuzem von der Uniklinik Frankfurt. In zwei bis drei Jahren werden neue direkt antiviral wirksame Medikamente die Behandlung revolutionieren, so seine Prognose.

Schon heute ist die Behandlung dank der Protease-Inhibitoren Boceprevir und Telaprevir, die jeweils mit PEG-Interferon und Ribavirin kombiniert werden, deutlich besser geworden. Die Therapiedauer konnte halbiert werden, die Heilungsraten sind abhängig vom Genotyp des Virus unterschiedlich stark angestiegen. Allerdings verlangt das Therapie­regime sehr viel Disziplin vom Patienten und ständig erreichbare Ärzte. Zudem verursachen die Protease-Inhibitoren mit Anämie und einem aggressiven Hautausschlag erhebliche Nebenwirkungen. Des Weiteren müssen die Patienten bis zu 12 Tabletten am Tag über 12 bis 44 Wochen nach einem strikten Zeitplan einnehmen.

Nach der Einschätzung von Zeuzem wird diese im Prinzip noch recht neue Therapie schon bald obsolet sein. Mit nukleosidischen und nicht nukleosidischen Polymerase-Inhibitoren, NS5A-Inhibitoren, Cyclophilin-Inhibitoren und der zweiten Generation von Protease-Inhibitoren befänden sich neue Wirkstoffe in der klinischen Prüfung, die in zwei bis drei Jahren die Behandlung revolutionieren werden. Diese müsste nur noch bis zu 12 Wochen, zum Teil sogar noch kürzer, angewendet werden. Auf den Einsatz von Interferon und Ribavirin könne bei einer Kombination von zwei neuen antiviralen Präparaten wahrscheinlich verzichtet werden. Die Heilungsraten lägen zwischen 70 und 100 Prozent. Zudem werde die Zahl der Tabletten pro Tag sinken. Auch das Optimum von einer Tablette am Tag sei nicht ausge­schlossen, wenn dies auch noch etwas länger dauern werde. In jedem Fall stehe die Medizin bei der Behandlung von Hepatitis C vor einem revolutionären Umbruch. (dr)

07.02.2013 l PZ
Foto: MSD
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Pharmacon Meran: Mehr junge Besucher

Die Veranstalter des Pharmacon in Meran haben nach dem Abschluss des Kongresses eine positive Bilanz gezogen. Es seien noch einmal mehr...



Hautkrebsschutz: Besser bedecken als eincremen

Sonnencreme schützt beim Sonnenbaden nicht vor Hautkrebs. Das betonte Teresa Amaral vom Zentrum für Dermatoonkologie der...



Impfberatung: Kitas müssen Verweigerer künftig melden

Die Bundesregierung will konsequenter gegen Eltern vorgehen, die sich einer Impfberatung verweigern. Das geht aus dem Entwurf eines...



Drug targeting: Von adressierten Päckchen und Schleusentoren

Ein Drug Targeting, also die zielgenaue Anreicherung eines Arzneistoffs am Wirkort nach systemischer Gabe, ist für viele Arzneistoffe...

 
 

Reisedurchfall: Trinken und Paracetamol
Wer im Urlaub Durchfall bekommt und ein Schmerzmittel nehmen möchte, sollte am besten Paracetamol wählen. Darauf wies Professor Thomas...

Ramadan: Gläubige sollten Medikamente trotzdem nehmen
Muslime sollten auch während der Fastenzeit weiter ihre Medikamente nehmen. Darauf hat die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher...

Obama sieht Gesundheitsversorgung «insgesamt bedroht»
Der frühere US-Präsident Barack Obama hat eindringlich dafür geworben, die von ihm eingeleitete Reform des amerikanischen Gesundheitswesens...

Knochenmarkspende: Gemeinsam gegen Blutkrebs
In Deutschland sind mit gut 7,4 Millionen Menschen so viele Knochenmarkspender registriert wie noch nie zuvor. Das geht aus Zahlen des...

Tabakanbau: Warum Rauchen auch der Umwelt schadet
Die Deutsche Krebshilfe führt Rauchern nicht nur die gesundheitlichen, sondern auch die ökologischen Folgen des Rauchens vor Augen. «Die...

Stratifizierte Medizin: Es gibt noch Luft nach oben
Sogenannte Präzisionsarzneimittel, die nur bei Patienten mit bestimmten Eigenschaften wirken, werden momentan noch nicht optimal genutzt....

Digitale Gesundheitsdienste: Zwischen Skepsis und Vertrauen
Rund die Hälfte der Deutschen steht digitalen Gesundheitsdiensten skeptisch gegenüber. Das geht aus einer Studie hervor, die der Verein...

In der Pipeline: MAB für die kranke Haut
Was haben Avelumab, Dupilumab und Brodalumab gemeinsam? Drei Gemeinsamkeiten und viele Details stellte Professor Dr. Manfred...

Neue Arzneimittel: 2016 war ein gutes Jahr
Insgesamt 32 neue Wirkstoffe kamen im Jahr 2016 in Deutschland neu auf den Markt – der Großteil davon Sprung- oder Schrittinnovationen....

Verstopfung: Besser beraten in der Apotheke
Wer an chronischer Verstopfung leidet, kann sich in der Apotheke diskret und persönlich beraten lassen. Darauf wies der Apotheker Christian...

FIP: Arzneimittelentwicklung besser einbetten
Bei der Entdeckung und Entwicklung neuer Arzneimittel sollen künftig nicht mehr einzelne Krankheiten isoliert betrachtet werden....

CRISPR/Cas9: Tatsächliche und zukünftige Anwendungen
Das als Genschere bekannt gewordene CRISPR/Cas9-System ermöglicht eine ganze Reihe von neuen medizinischen Optionen. Was bereits angewandt...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU