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Abbruch und Aufbruch

EDITORIAL

 

Abbruch und Aufbruch


Vor einer Woche mussten wir die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband über den Zwangsabschlag für das Jahr 2013 abbrechen. Es ergibt einfach keinen Sinn, sachlich zu argumentieren, wenn die Krankenkassen einfach die Realität verdrehen. Als Folge daraus mussten wir natürlich auch gleich die Schiedsstelle anrufen – unter Bauchschmerzen, denn wir haben da ja so unsere Erfahrungen. Die Abschläge für die Jahre 2009 und 2010 sind immer noch nicht rechtssicher geklärt. Leider!

 

Ich sage Ihnen deshalb ganz offen: Selbstverwaltung heißt nicht, dass die Kassen alles selbst verwalten. Selbstverwaltung bedeutet das eigenverantwortliche Gestalten durch die Teilnehmer im Gesundheitswesen. Doch genau dies torpedieren die Kassen derzeit für alle sichtbar. Dabei verwalten die Kassen ein Milliardenplus. Seit 2004 haben wir Apotheker mehr als 10 Milliarden Euro an Abschlägen gezahlt. Es ist nicht Aufgabe der Kassen, das Geld anderer Leute zu horten. Sie sollen ein leistungsfähiges Gesundheitssystem finanzieren. Punkt!

 

Warum uns die Kassen trotz milliardenschwerer Überschüsse an die Wand sparen wollen, bleibt das Geheimnis der Kassenfunktionäre. Dabei könnte das Leben doch so einfach sein: Die Politik hat vor zwei Jahren das AMNOG auf den Weg gebracht – und uns Apothekern ein auf zwei Jahre befristetes Sonderopfer abverlangt. Wenn nun die Kassen behaupten, sie gehen von einem Abschlag von 2,05 Euro aus, dann wird aus einem Sonderopfer ein Daueropfer. Mit welchem Recht? Das ist nie Sinn der Übung gewesen. Das AMNOG läuft für uns Ende 2012 aus. Basta!

 

Was ist das für ein verheerendes Zeichen, dass der Wille des Gesetzgebers von den Kassen einfach ignoriert wird? Und wo bleibt die Planungssicherheit für uns Apotheker? Zu Beginn dieser Woche haben wir deshalb eine bundesweite Informationskampagne gestartet, um die 70 Millionen GKV-Versicherten über das ungebührliche Gebaren ihrer Beitragsverwalter aufzuklären. Die Kampagne zeigt: Die Lage ist ernst – und uns ist es ernst. Achtung!

 

Damit aus dem Abbruch der Verhandlungen auch ein Aufbruch für uns Apotheker wird, brauchen wir Ihre Unterstützung: Nehmen Sie das Plakat, das in der Druckausgabe der PZ auf Seite 19 aufgeklebt ist, und hängen Sie es ins Schaufenster Ihrer Apotheke! Nehmen Sie den Handzettel aus dem Heft und kopieren Sie ihn hundertfach für Ihre Patienten! Oder loggen Sie sich in den »Mitgliederbereich« von www.abda.de ein (das Passwort finden Sie im Impressum der Druckausgabe) und laden Sie sich dort alles herunter zum Selbstausdrucken. Jetzt!

 

Fritz Becker

Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV)


Außerdem in dieser Ausgabe...

Beitrag erschienen in Ausgabe 47/2012

 

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