86 Zytostatika

 Rituximab MabThera® Roche

Nach dem 17-1A-Antikörper (Panorex® ), der zur postoperativen adjuvanten Therapie des kolorektalen Karzinoms im Stadium Dukes C zugelassen wurde, ist mit Rituximab der zweite monoklonale Antikörper in der Hämatologie zugelassen worden. Rituximab wird als Monotherapeutikum zur Behandlung von rezidivierenden beziehungsweise therapierefraktären niedrig maligen und follikulären Non-Hodgkin-Lymphomen eingesetzt. Rituximab entfaltet seine Wirkung durch die Bindung an ein spezielles Protein (CD20-Antigen) auf der Oberfläche von reifen B-Zellen und B-Zell-Tumoren. Dadurch werden sowohl die malignen als auch die normal reifen B-Zellen durch die Aktivierung des natürlichen Immunsystems abgetötet. Blutstammzellen im Knochenmark exprimieren das CD20-Antigen nicht, werden also von Rituximab nicht beeinflußt. Dadurch ist gewährleistet, daß einige Monate nach dem Ende der Behandlung normale B-Zellen wieder nachgewiesen werden können. In der Zulassungsstudie, in die 166 Patienten mit Rituximab als Monotherapeutikum eingeschlossen wurden, konnte bei 80 (48 Prozent) ein Reduktion des Tumors von mehr als 50 Prozent beobachtet werden. Bei 6 Prozent wurde ein vollständiges Verschwinden aller Tumorläsionen nachgewiesen, was im Mittel länger als 11 Monate anhielt. Bei einer Kombinationstherapie, bestehend aus einer in dieser Indikation üblichen Kombinations-Chemotherapie und Rituximab, konnte bei allen ausgewerteten Patienten ein Reduktion der Tumormasse von mehr als 50 Prozent beobachtet werden. Bei 60 Prozent verschwanden die Tumoren vollständig. Rituximab stellt für die Indikation Non-Hodgkin-Lymphome einen völlig neuen Therapieansatz dar. Die Behandlung ist ambulant möglich, besteht aus insgesamt vier Infusionen über 22 Tage und ist gegenüber der üblichen Chemotherapie relativ gut verträglich. 
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