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NEUE ARZNEISTOFFE

68 Osteoporosemittel


Risedronat (Actonel® Filmtablette; Procter & Gamble; Aventis Pharma)

 

 

Nach den ersten Bisphosphonaten Etidronat und Clodronat kamen die potenteren Amino-Verbindungen wie Alendronat, Ibandronat oder Pamidronat auf den Markt. Risedronat, das seit Ende Mai in den Apotheken verfügbar ist, gehört zur „neuen Generation„ der Pyridinyl-Bisphosphonate. Die 5-mg-Filmtablette ist (wie Etidronat) zugelassen zur Behandlung der manifesten und zur Vorbeugung einer Osteoporose nach den Wechseljahren sowie bei postmenopausalen Frauen, die langfristig Glucocorticoide einnehmen. Die 30-mg-Tablette wird (wie zum Beispiel Pamidronat oder Tiludronat) bei Morbus Paget (Ostitis deformans) eingesetzt.

 

Alle Bisphosphonate leiten sich chemisch vom körpereigenen Pyrophosphat ab und hemmen die Knochen abbauenden Osteoklasten. Die aufbauenden Osteoblasten und die Knochenmineralisation bleiben erhalten. Natriumrisedronat wirkt ausgeprägt antiosteoklastär und antiresorptiv und erhöht dosisabhängig die Knochendichte und biomechanische Skelettfestigkeit.

 

In einer 3-jährigen Placebo-kontrollierten Studie mit rund 1200 postmenopausalen Osteoporose-Patientinnen reduzierte Risedronat das Risiko neuer Wirbelkörperfrakturen um 49 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe. Das Risiko nicht-vertebraler Brüche sank um 33 Prozent. In einer weiteren großen Studie traten 41 Prozent weniger Wirbelfrakturen und 39 Prozent weniger andere Frakturen auf. Der neu gebildete Knochen war histologisch normal. In einer Ein-Jahres-Studie mit 224 Männern und Frauen unter Langzeit-Corticoidtherapie hielt Risedronat den Knochendichteverlust auf und senkte die Rate an Wirbelkörperbrüchen.

 

Signifikant mehr Morbus-Paget-Patienten sprachen auf Risedronat als auf Etidronat an (73 versus 15 Prozent, gemessen an der Serumkonzentration der alkalischen Phosphatase). 53 Prozent der Patienten blieben nach einer 2-monatigen Risedronat-Behandlung in biochemischer Remission (14 Prozent nach 6-monatiger Etidronat-Gabe).

 

Die Verträglichkeit war in allen Studien gut und unterschied sich kaum von Placebo. Dies gilt auch für Ösophagitis und Ösophagus-Ulzera, die bei anderen Bisphosphonaten auftraten. Dennoch gelten die Vorsichtsmaßnahmen: Tablette im Sitzen oder Stehen zusammen mit einem Glas Wasser schlucken, dann 30 Minuten lang nicht hinlegen. Da die Bioverfügbarkeit auch bei Risedronat sehr gering ist (0,63 Prozent) und durch Nahrung weiter abnimmt, müssen die Tabletten nüchtern eingenommen werden.


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