Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Ab 65 Jahren leben viele gesünder

NACHRICHTEN

 
Ab 65 Jahren leben viele gesünder
 


Nur jeder zehnte Bundesbürger lebt nach einer Umfrage rundum gesund. Die größten Sünden begehen die Deutschen nach einer Analyse der Sporthochschule Köln bei Bewegung, Ernährung und im Umgang mit Stress, teilte die Deutsche Krankenversicherung (DKV) am Freitag in Berlin mit. So schafft fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) noch nicht einmal die Mindestempfehlung von 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche. Die größten Bewegungsmuffel sind dabei die 18- bis 29-Jährigen. Sie toben sich in ihrer Freizeit zunehmend in sozialen Netzwerken am Computer aus.

Im Vergleich zur ersten Umfrage im Jahr 2010 leben die Deutschen damit weniger gesund. Vor zwei Jahren punkteten noch 14 Prozent der Interviewten mit einer vernünftigen Lebensweise, nun sind es noch 11 Prozent. Für die repräsentative Studie der privaten Krankenversicherung hatte die Hochschule im März und April rund 3000 Menschen nach ihrem Alltag gefragt: wie viel sie sich bewegen, was sie essen, wie gestresst sie sich fühlen und wie sie mit Alkohol und Zigaretten umgehen. Aus diesen Selbstauskünften berechneten die Interviewer ihre Gesundheitsstatistik.

Lichtblicke gibt es danach nur beim Konsum von Tabak und Alkohol. Die Zahl der Raucher sank innerhalb von zwei Jahren von 25 auf 22 Prozent. Ungesundes Trinkverhalten ging von 19 auf 16 Prozent zurück. Auf allen anderen Gebieten sah es düsterer aus: Bereits jeder zweite ernährt sich nicht abwechslungsreich genug und fühlt ungesunden Stress.

Bei der Bewegung verhalten sich die Älteren inzwischen sogar erheblich gesünder als die Jüngeren. Menschen über 65 sitzen pro Tag rund 240 Minuten ruhig auf einem Stuhl. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 360 Minuten – ein Spitzenwert unter allen Altersgruppen. So lang am Schreibtisch kleben nach der Studie sonst nur Akademiker bei der Arbeit. Darüber hinaus schneiden die Jüngeren auch beim Thema Ernährung, Rauchen und Trinken schlecht ab.

Ein weiteres Umfrage-Ergebnis mag da nicht verwundern: Fast die Hälfte der Bundesbürger hält sich selbst für übergewichtig. Viele fühlen sich mit zu vielen Kilos auf den Rippen auch weniger vital als Menschen mit Normalgewicht. Doch die meisten nehmen das nicht auf die leichte Schulter. Fast 80 Prozent der Befragten halten Übergewicht für ein großes gesellschaftliches Problem. Vor zwei Jahren meinten das 65 Prozent. Und Dreiviertel würden eine Ampelkennzeichnung für Lebensmitteln begrüßen: rot für ungesunde und grün für gesunde Waren.

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass Frauen gesünder leben als Männer – vor allem, weil sie bewusster essen, sich mehr bewegen und weniger Alkohol trinken. Überraschen mag das Ergebnis für Senioren: Über 65 Jahre leben die Menschen nach der DKV-Studie am gesündesten, auf jeden Fall vernünftiger als in jedem anderen Lebensalter. Getrübt wird dieses positive Ergebnis für die Älteren aber durch ein höhere Anfälligkeit für depressive Verstimmungen. Bereits jeder vierte Senior klagt darüber.

05.10.2012 l dpa
Foto: Fotolia/Patrizia Tilly
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Hepatitis C: Zwei neue Mittel zur Zulassung empfohlen

Epclusa® und Zepatier® heißen zwei neue Arzneimittel, die aller Voraussicht nach bald die therapeutischen Optionen...



Arzneiformen für Kinder: Todesurteil für die Parabene

Kommt jetzt das Aus für die Parabene? Professor Dr. Jörg Breitkreutz (Foto) vom Institut für Pharmazeutische Technologie der...



ASS bei Kindern: Das muss kein Fehler sein

Viele wissen, dass der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wegen der Gefahr des Reye-Syndroms bei Kindern nicht eingesetzt werden sollte....



Generika: EU-Parlament will Produktion stärken

Das EU-Parlament will den Generikamarkt stärken und hat die EU-Kommission zu einer entsprechenden Gesetzesänderung aufgefordert. Das teilte...

 
 

Phase-I-Studien: EMA überarbeitet Vorschriften
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stellt die Vorschriften auf den Prüfstand, die gelten, wenn Arzneistoffe zum ersten Mal an...

Chronische Sinusitis: Nasen-Mikrobiom ist nicht schuld
Die Zusammensetzung der Bakterien in der Nasenhöhle unterscheidet sich bei Menschen, die an einer chronischen Entzündung der...

Tierhaltung: EMA will Colistin-Einsatz beschränken
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) will dafür sorgen, dass der veterinärmedizinische Einsatz des Antibiotikums Colistin in Europa...

Heimversorgung: Lagerraum als Arbeitsstätte zulässig
Apotheken dürfen die Heimversorgung auch von einem externen angemieteten Lagerraum aus regeln. Das hat das Bundesverwaltungsgericht...

Polymedikation bei Senioren: Merkkarte unterstützt Apotheker
Senioren haben grundsätzlich ein höheres Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen als jüngere Menschen, weil sie häufig mehrere...

Ärzte gegen Übergewicht: Softdrink-Steuer soll Trend stoppen
Im Kampf gegen Übergewicht haben Ärzte eine Softdrink-Steuer, mehr Schulsport und Ernährungskunde als Unterrichtsfach vorgeschlagen. Mehr...

Noch mehr Meldungen...













DIREKT ZU