Merckle muss weiter verhandeln Der Milliardär Adolf Merckle hat in den Kreditverhandlungen mit den Banken bisher keinen Ausweg aus der Finanzmisere seines weit verzweigten Firmenimperiums (Ratiopharm, Heidelberg-Cement) gefunden. «Die Verhandlungen dauern an. Eine Einigung ist noch nicht absehbar», sagte eine Merckle-Sprecherin am Mittwoch. Es werde weiter um eine Lösung gerungen. Ursprünglich sollte ein Stillhalteabkommen zwischen Merckle und rund 30 Banken am Dienstag um 24.00 Uhr ablaufen. Eine neue Frist sei bisher nicht gesetzt worden.
In Bankenkreisen hatte es am Dienstagabend geheißen, Merckle müsse sich stärker bewegen. Die Familie Merckle hatte bei den Gesprächen angeboten, «erhebliche Sicherheiten» und Einlagen aus ihrem privaten Vermögen einzubringen. Nach Schätzungen aus Bankenkreisen besteht ein Finanzierungsbedarf von 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Der Engpass bei Merckles Vermögensverwaltung VEM war aufgrund massiver Verluste im Wertpapiergeschäft und bei Spekulationen mit VW-Aktien entstanden.
Eine Insolvenz von Merckles Vermögensverwaltung VEM würde dominoartig zu weiteren Zahlungsengpässen in Merckle-Firmen führen, die mit VEM verschachtelt sind, heißt es in Finanzkreisen. Die Rede ist von einem Geflecht aus 100 Unternehmen, in denen die Merckles ihre Aktivitäten jeweils möglichst steuergünstig eingebracht haben.
03.12.2008 l dpa
Foto: Ratiopharm (Firmenzentrale in Ulm)