HCV-Infektion: Telaprevir am Start Nur wenige Wochen nach Boceprevir (Victrelis®, MSD) hat ein weiterer Proteasehemmer gegen Hepatitis C die europäische Zulassung erhalten. Telaprevir (Incivo®) erhielt vor wenigen Tagen grünes Licht von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, meldet Hersteller Janssen Cilag. Die Filmtabletten sollen zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C vom Genotyp 1 auf den Markt kommen.
Beide Wirkstoffe gehören zu den direkt wirkenden antiviralen Substanzen, die die Virusreplikation in HCV-infizierten Zellen hemmen. Die Peroralia werden bei vorbehandelten und nicht vorbehandelten Patienten mit kompensierter Lebererkrankung eingesetzt und immer mit pegyliertem Interferon und Ribavirin kombiniert. Die Patienten nehmen alle acht Stunden vier Kapseln Boceprevir oder zwei Tabletten Telaprevir zusammen mit einer Mahlzeit ein. Dies erhöht die Bioverfügbarkeit deutlich.
Basis für die Zulassung von Telaprevir waren drei groß angelegte Phase-III-Studien, die knapp 1300 therapienaive und vorbehandelte Patienten einschlossen. 79 Prozent der therapienaiven Patienten wurden geheilt. Bei mehr als der Hälfte wurde die medikamentöse Therapie auf 24 statt 48 Wochen verkürzt. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Anämie, Hautausschlag, Pruritus, Übelkeit und Diarrhö. (bmg)