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Erlotinib: Therapieansatz bei seltener Nierenerkrankung
 
Erlotinib: Therapieansatz bei seltener NierenerkrankungWissenschaftler sind dem Krankheitsmechanismus einer seltenen schweren Nierenerkrankung auf die Spur gekommen – und haben zugleich eine potenzielle Therapie vorgeschlagen. Die rasch progressive Glomerulonephritis (RPGN) führt zu Problemen bei der Harnausscheidung, Wassereinlagerungen und Nierenversagen. Durch Aktivierung des Rezeptors für den epidermalen Wachstumfaktor (EGF) kommt es zu einer Zellwucherung. Diese kann die für die Blutreinigung notwendigen Glomeruli in kurzer Zeit zerstören, schreiben Greifswalder und Pariser Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Medicine».

Schalteten die Wissenschaftler bei Mäusen den EGF-Rezeptor gentechnisch aus oder hemmten ihn mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib, stoppte die Zellwucherung und die Nierenfunktion blieb erhalten. Die Forscher der Universitäten Greifswald und des staatlichen Forschungsinstitutes Inserm in Paris hoffen nun auf eine zügige Umsetzung ihrer Erkenntnisse bei der Behandlung von Patienten.

Der EGF-Rezeptorhemmer Erlotinib (Tarceva® von Roche) ist bereits für die Behandlung bestimmter Krebserkrankungen zugelassen. Nach Angaben der Studienautoren gibt es zudem Hinweise, dass der EGF-Rezeptor bei weiteren häufigeren Nierenerkrankungen auch eine bedeutende Rolle spielen könnte.

doi: 10.1038/nm.2491

27.09.2011 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Andrea Danti

 

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