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Wie Bakterien unser Immunsystem trainieren
 
Wie Bakterien unser Immunsystem trainierenDickdarmbakterien können Immunzellen dazu bringen, sie zu akzeptieren statt eine Abwehrreaktion auszulösen. Das haben Forscher um Chyi-Song Hsieh der Washington University School of Medicine in St Louis, Missouri, in Tierversuchen mit Mäusen entdeckt. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature“ berichten, beeinflussen die Darmbakterien direkt sogenannte T-Lymphozyten (T-Zellen) und verhindern so ihre Abstoßung. Diese Erkenntnis könnte Fortschritte für die Therapiemöglichkeiten von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn bedeuten.

T-Lymphozyten sind Zellen des Immunsystems, die in der Lage sind, körpereigene von fremden Zellen zu unterscheiden. Nach der Bildung im Knochenmark wandern sie in den Thymus, ein lymphatisches Organ, wo Rezeptoren auf ihrer Oberfläche ausgebildet und daraus jene für körperfremde Antigene selektiert werden. Eine bestimmte Untergruppe der T-Zellen, sogenannte regulatorische T-Zellen, unterdrückt unter anderem die Autoimmunreaktion gegen körpereigenes Gewebe.

Die Autoren der aktuellen Studie fanden heraus, dass die Darmbakterien unreife T-Zellen anregen, sich zu regulatorischen T-Zellen weiterzuentwickeln. Sie zeigten damit erstmalig, dass die Reifung von T-Zellen direkt im Darm und damit außerhalb des Thymus stattfinden kann. Die Forscher vermuten, dass die Autoimmunerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn durch einen Fehler in dieser Kommunikation entstehen könnten. Bisher ist allerdings noch unklar, wie die Bakterien verhindern, dass sie selbst von den Immunzellen angegriffen werden. (ar)

doi: 10.1038/nature10434

23.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Michelangelus

 

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