AOK-Ausschreibung: Zytostatika kommen aus Berlin Sechs Berliner Apotheken haben den Zuschlag in der europaweiten Ausschreibung erhalten, die die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Nordost zu parenteralen Rezepturen im Juni 2011 gemacht hat. Auch als Unterauftragnehmer eingesetzte Apotheken und Herstellungsbetriebe seien überwiegend in Berlin ansässig, teilte die AOK Nordost mit.
Bereits im Jahr 2010 hatte die Kasse als bundesweit erste Krankenkasse Exklusivverträge zur Versorgung mit onkologischen Zubereitungen in Berlin europaweit ausgeschrieben. Der neue Vertrag soll am 1. Dezember 2011 starten. Derzeit gibt es aber noch einige vergaberechtliche Nachprüfungsverfahren gegen die Ausschreibung.
Um zu verhindern, dass nur wenige Anbieter den Markt beherrschen und ein Oligopol entsteht, hatte die AOK festgelegt, dass eine Apotheke nicht mehr als vier Zuschläge erhalten kann. Insgesamt hatte die Kasse das Stadtgebiet Berlin in 14 Gebietslose aufgeteilt.
Der Verband der Zytostatika herstellenden Apotheker (VZA) warnte im August vor einem Oligopol in der Versorgung der Krebspatienten und vor Qualitätseinbußen. Der VZA forderte die Bundesregierung auf, in dem für den 1. Januar 2012 geplanten Versorgungsstrukturgesetz solche Ausschreibungen zu verbieten. Sie zerstörten die qualitätsorientierte und ortsnahe Versorgung. Außerdem könne die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker bei der Betreuung von Krebspatienten leiden. (mj)