Patientenverband verteidigt Ärzte Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) kritisiert das harsche Vorgehen von AOK und Bundesgesundheitsministerium gegen die Ärzte. Der AOK-Bundesverband hatte Ärzten vorgeworfen, sie arbeiteten zu wenig und verwendeten zu viel Zeit auf die Behandlung von Privatversicherten. Deshalb müssten Kassenpatienten unnötig lang auf eine Termin warten. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) drohte daraufhin den Medizinern Gehaltseinbußen an, wenn Patienten in angemessener Zeit keinen Termin bekommen. DGVP-Präsident Wolfram-Arnim Candidus hält diese Vorwürfe für überzogen: «Der Bundesminister und der AOK-Bundesverband haben faktisch eine Treibjagd auf Kassenpatienten begonnen.» Ihre Darstellung der ambulanten Versorgung stamme «aus der Mottenkiste». Tatsächlich seien längere Wartezeiten vor allem auf den steigenden Versorgungsbedarf einer alternden Gesellschaft zurückzuführen. Er warnte die Kasse davor, durch Diskreditieren ihrer Partner das Vertrauen der Patienten in das Gesundheitswesen zu gefährden. Vorige Woche hatte sich Candidus bereits darüber beschwert, dass die AOK Apothekern, Ärzten und Pharmaindustrie Betrug vorwarf. (dr)