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Thrombose: Rote Blutzellen als Mittäter

Thrombose: Rote Blutzellen als MittäterErythrozyten können aktiv an der Bildung von Thrombosen beteiligt sein. Das fanden Forscher der Universität des Saarlandes heraus. Wie sie in «Cell Calcium» berichten, üben die roten Blutzellen unter bestimmten Bedingungen so starke Anziehungs­kräfte aufeinander aus, dass sie aneinander haften und somit vermutlich Thrombosen verursachen können.

Bislang war man immer davon ausgegangen, dass die Aneinanderlagerung aktivierter Blutplättchen auch den Durchfluss von Erythrozyten behindert. Die Wissenschaftler konnten jetzt zeigen, dass Erythrozyten offensichtlich einen Kanal besitzen, der durch Substanzen, die von Thrombozyten ausgeschüttet werden, aktiviert wird. Durch diesen Kanal kann Calcium in die Zelle eindringen, was dort zu einer erhöhten Konzentration führt. «Wenn sich die Calcium-Konzentration in Zellen verändert, so kann dies ganz verschiedene Prozesse auslösen. Bei den roten Blutzellen werden zum Beispiel Proteine aktiviert, welche die Lipidverteilung zwischen innerer und äußerer Schicht der Zellmembran verändert. Dies kann die Kräfteverhältnisse so verschieben, dass die Blutzellen aneinander haften und verklumpen», erklärt Biophysiker Professor Dr. Ingolf Bernhardt.

Bisher hatte man bei der Therapie thrombotischer Erkrankungen vor allem die Blutplättchen, im Blick. «Wir glauben, dass wir mit unserer Forschungsarbeit die Grundlagen für neue Therapieansätze geschaffen haben», sagt Bernhardt. (ss)

doi:10.1016/j.ceca.2011.05.002

07.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Jaszowska

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