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NACHRICHTEN-ARCHIV
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Darm-eigenes Antibiotikum wirksamer als gedacht

Ein deutsches Forscherteam hat einen wichtigen Helfer im menschlichen Darm entdeckt. Das humane Beta-Defensin-1 galt bislang als wenig wirkungsvoll gegen Bakterien und Pilze. Die Gruppe um Jan Wehkamp vom Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus fand nun heraus, dass das kleine Peptid in sauerstoffarmer Umgebung wie dem Dickdarm eine große Wirkung entfaltet. Es schütze die Darmwand etwa vor gesundheitsschädlichen Hefepilzen und könne dabei helfen, chronisch-entzündliche Erkrankungen zu verhindern. Die Studie heute im Fachjournal «Nature» vorgestellt.
«Wenn der Sauerstoff weg ist, wird das natürliche Antibiotikum auf einmal zur Bombe», sagt Wehkamp. Die wichtige Funktion des Beta-Defensin-1 gegen Milchsäurebakterien und bestimmte Hefepilze sei bislang übersehen worden, da meist nur Bakterien in sauerstoffreicher Umgebung untersucht worden seien, berichtet das Team mit Forschern aus sechs Einrichtungen in Stuttgart, Tübingen, Kiel und München. Bei ihren Forschungen stellten sie fest, dass das Peptid aufgespalten und dadurch aktiv wird. Unter Einwirkung von Sauerstoff könne das menschliche Eiweiß Thioredoxin das Beta-Defensin-1 aktivieren.
Bei chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sei die Aktivierung möglicherweise fehlerhaft, was sowohl genetische als auch umweltabhängige Ursachen haben könne. Eine wirksame Therapie fehlt bislang. «Die bisherige Behandlung unterdrückt nur die Symptome. Wir müssen aber die Ursache behandeln», sagte Professor Dr. Eduard Stange, Chefarzt der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie am Robert-Bosch-Krankenhaus. Nach den neuen Erkenntnissen könne das natürliche Antibiotikum als Tablette verabreicht oder möglicherweise die körpereigene Produktion desselben angeregt werden.
20.01.2011 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Kaulitzki
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