Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

UV-Strahlung: Hautkrebs als Berufskrankheit

NACHRICHTEN

 
UV-Strahlung: Hautkrebs als Berufskrankheit
 


Menschen, die beruflich sehr viel im Freien arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko für hellen Hautkrebs. Bislang wird dieser aber nicht als Berufskrankheit anerkannt. Darauf machte die Europäische Hautkrebsstiftung bei einem Pressetermin auf der Zugspitze aufmerksam.

In Deutschland arbeiten etwa 2,7 Millionen Menschen im Freien unter natürlicher UV-Strahlung; zu den «Außenarbeitern» gehören Land- und Forstwirte, Beschäftigte im Gartenbau und Baugewerbe oder in der Seefahrt, aber auch Bergführer und Skilehrer. Etwa eine halbe Million ist berufsbedingt künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt, beispielsweise beim Schweißen, Lackhärten oder Arbeiten mit offenen Flammen (Glasbläser).

Ultraviolettes Licht wirkt durch Induktion von DNA-Schäden direkt und durch Suppression von T-Lymphozyten indirekt kanzerogen, berichtete Professor Dr. Thomas Diepgen vom Uniklinikum Heidelberg. Außenarbeiter hätten ein zwei- bis dreifach höheres Risiko für die Entstehung eines hellen Hautkrebses als Menschen, die in Räumen arbeiten. Die Hauptformen dieses Krebses sind das Basalzellkarzinom (etwa 80 Prozent) und das Plattenepithelkarzinom (spinozelluläres Karzinom/Spinaliom, etwa 20 Prozent) mit seiner Frühform, der aktinischen Keratose.

In Deutschland sind derzeit 73 Berufskrankheiten anerkannt – aber nicht Hautkrebs durch UV-Strahlung. Aktinische Keratosen wurden früher kaum beachtet, erklärte Diepgen. Jedoch gehen etwa 10 Prozent innerhalb von etwa zehn Jahren in ein invasives Plattenepithelkarzinom über. Da die Menschen älter werden, könnten sich die Frühformen häufiger zu Krebs entwickeln.

«UV-Licht ist ein vermeidbares Karzinogen», warb Diepgen für die Prävention. Außenarbeiter müssten sich als Hochrisikogruppe besonders schützen. «Dafür gilt die 4H-Regel: Hemd, Hose, Hut und hoher Lichtschutz.» Neben UV-dichter Kleidung müsse der topische Schutz UV-A und -B einschließen. Liegen bereits Lichtschäden an der Haut vor, plädierte der Dermatologe für einen Lichtschutzfaktor höher als 50. Wichtig ist auch das richtige Verhalten: Wer zwischen 11 und 15 Uhr nicht in die Sonne geht, vermeidet 75 Prozent der schädigenden Strahlen. Dies sei die typische Siestazeit in südlichen Ländern. (bmg)

Lesen Sie dazu auch:
Hautkrebs: Ein vermeidbares Problem, PZ 15/2011

Mehr zum Thema Krebs und Zytostatika

09.03.2012 l PZ
Foto: Fotolia/olly
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


E-Health: Nägel mit Köpfen

Eine der zentralen Baustellen in der Gesundheitspolitik ist das Thema digitale Gesundheit. Vielen geht die Entwicklung zu schleppend. Um...



Rheuma-Medikament mit neuem Wirkstoff zugelassen

Lilly hat die EU-Zulassung für den Kinasehemmer Baricitinib (Olumiant®) erhalten. Zum Einsatz kommen soll der neue Arzneistoff...



Rx-Versandverbot: ABDA lehnt SPD-Vorschlag ab

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände lehnt den SPD-Kompromissvorschlag zum



Blinddarmentzündung: Antibiotika statt OP für Kinder

Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) bei Kindern gilt die operative Entfernung des Wurmfortsatzes als Goldstandard. Vermutlich...

 
 

Metaanalyse: Vitamin D zum Schutz vor Erkältung
Die regelmäßige Einnahme von Vitamin D senkt das Risiko, an einer Infektion der oberen Atemwege zu erkranken, um 12 Prozent. Das ergab eine...

Buparlisib: Neue Hoffnung bei Kopf-Hals-Tumoren
Der neue Kinasehemmer Buparlisib kann in Kombination mit dem Zytostatikum Paclitaxel bei Patienten mit rezidiviertem Kopf-Hals-Tumor das...

Digitalisierung in der Apotheke: Einfach anfangen
Die öffentlichen Apotheken gehören in der Regel nicht zur Speerspitze der digitalen Revolution. Joss Hertle, Geschäftsführender...

Qualitätssicherung: Apotheker prüfen täglich Medikamente
Präsenzapotheken sind ein wichtiger Baustein bei der Qualitätssicherung von Arzneimitteln. Darauf macht heute die ABDA – Bundesvereinigung...

Rx-Versandverbot: SPD schlägt Kompromiss vor
Versandapotheken und niedergelassene Apotheken sollen gleich behandelt werden. Dafür haben sich gestern die Gesundheitspolitiker Sabine...

Formicamycine: Neue Antibiotika aus Ameisen
Eine baumbewohnende Ameise aus Kenia hat es über Nacht zur Berühmtheit gebracht: Tetraponera penzigi. Diesen Namen sollte man sich merken,...

Wirbel um Übernahme: Stada bestätigt dritten Interessenten
Beim Pharmakonzern Stada nimmt der von einigen Experten erwartete «Bieterkrieg» an Fahrt auf. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstagabend...

Schönheitsformel: Gibt es den idealen Mund?
US-amerikanische Forscher haben nach eigenen Angaben eine Formel für den ästhetisch «perfekten» Mund gefunden, zumindest für weiße Frauen....

Risikogene: Es ist kompliziert
Viele genetische Variationen, die das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) erhöhen, sind auch mit einem gesteigerten Risiko für...

Hilfsmittelversorgung: Bessere Qualität, mehr Transparenz
Patienten sollen künftig bei der Heil- und Hilfsmittelversorgung mit einer besseren Qualität der Produkte sowie mit mehr Service und...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU