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Osteoporose: Dreifachkombination auf dem Markt

PHARMAZIE

 
Osteoporose

Dreifachkombination auf dem Markt

Von Claudia Borchard-Tuch, Grünwald

 

Seit Anfang Oktober ist ein Osteoporosemedikament auf dem Markt, das neben dem Bisphosphonat Risedronat auch Calcium und Vitamin D3 enthält. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Dreierkombination Patienten hilft, ihre verschiedenen Medikamente regelmäßig und richtig einzunehmen.

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»Eine Therapie mit einem modernen Bisphosphonat wirkt nur dann optimal, wenn eine Begleitmedikation mit Calcium und Vitamin D3 strikt eingehalten wird«, erklärte Professor Dr. Johann Ringe vom Klinikum Leverkusen auf dem »60. Grünwalder Gespräch«. Ähnlich war die Aussage von Professor Dr. Peyman Hadji vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg: »Die medikamentöse Behandlung von Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose besteht aus modernen Bisphosphonaten mit ausreichend Calcium und Vitamin D3

 

Denn für die Stabilität der Knochen ist die gute Versorgung mit Calcium unerlässlich. Und Letztere gelingt nur, wenn gleichzeitig genug Vitamin D3 in den Körper gelangt. In den Zellen des Darmepithels regt das Vitamin die Calciumaufnahme an. Im tubulären Apparat der Niere fördert es die Reabsorption von Calciumionen aus dem Primärharn und im Knochen die Mineralisation. Da es Ringes Ausführungen zufolge zugleich auf die Muskulatur positiv inotrop wirkt, sinken Sturz- und Frakturrisiko.

 

In der täglichen Praxis wird die Bedeutung von Calcium und Vitamin D3 jedoch oft unterschätzt. »Vielen der häufig älteren Patienten mangelt es an beiden Substanzen«, stellte Ringe fest. Es gelinge ihnen zumeist nicht, ihre eingefahrenen Lebensgewohnheiten zu ändern, etwa durch Umstellung auf eine calciumreichere Ernährung oder durch stärkere Sonnenlichtexposition, welche in der Haut die Bildung von Vitamin D3 fördert.

 

Und auch entsprechende Medikamente, die der Unterversorgung entgegenwirken, kommen längst nicht ausreichend zum Einsatz. »Bemerkenswert ist, dass 90 Prozent der Osteoporosepatienten ein Schmerzmittel bekommen«, gab Professor Dr. Andreas Kurth, Orthopädische Universitätsklinik Frankfurt am Main, auf dem Fachgespräch bekannt. »Doch nur jeder fünfte Patient erhält eine wirksame Osteoporosetherapie, die das Frakturrisiko reduziert.« Und selbst, wenn der Arzt neben einem spezifischen Medikament auch Präparate mit Calcium und Vitamin D3 verordnet, muss sie der Patient des Öfteren selbst bezahlen - was womöglich zur Folge hat, dass er gänzlich darauf verzichtet.

 

Zudem denkt nicht jeder daran, Calcium und Vitamin D3 täglich einzunehmen. Ein anderer Anwendungsfehler kommt ebenfalls häufig vor. »Eine zeitnahe Einnahme von Calcium und Vitamin D3 mit einem Bisphosphonat hebt dessen Wirkungen nahezu gänzlich auf«, sagte Ringe.

 

Mit dem Ziel, eine regelmäßige und aufeinander abgestimmte Einnahme von Risedronat, Calcium und Vitamin D3 zu garantieren, wurde die Kombination »Actonel® plus Calcium D« entwickelt. Sie enthält vier Wochenpackungen mit jeweils einer Risedronat-Tablette (35 mg) für den 1. Wochentag und durchnummeriert sechs Sachets mit Calcium-Vitamin-D3-Pulver zum Auflösen für die nachfolgenden Wochentage. Die Tagesdosen für Calcium (1000 mg) und Vitamin D3 (880 I.E.) entsprechen den vom Dachverband Osteologie (DVO) empfohlenen Mengen (1). Die Tagestherapiekosten von Actonel® plus Calcium D (1,39 Euro) sind bei der Dreimonatspackung den Angaben von Sanofi-Aventis und Procter & Gamble Pharmaceuticals zufolge identisch mit denen von Actonel® 35 mg einmal wöchentlich.

 

Die Entwicklung des neuen Kombiprodukts erfolgte mithilfe von Patientenbefragungen. Die verbesserte Verständlichkeit, Akzeptanz und Präferenz wurde an 200 Patienten getestet (2). Ringe erklärte: »Es ist zu erwarten, dass durch eine breite Anwendung der Kombipackungen bessere Therapieergebnisse erzielt werden und damit Kosten eingespart werden.«

 

 

Literatur

  1. DVO-Leitlinie Osteoporose bei Frauen ab der Menopause und Männern ab dem 60. Lebensjahr, http://lutherhaus.de/osteo/leitliniendvo/leitlinie_meno.php?aufklappen=TGVpdGxpbmllIE9zdGVvcG9yb, 2007.
  2. Fardellone, P., Mann, B., A new combination packaging for osteoporosis treatment. Patient preference and expected adherence to the therapy, Osteoporos Int, 18 (1) (2007) P366.

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Beitrag erschienen in Ausgabe 44/2007

 

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