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Wir fordern Fairness

EDITORIAL

 

Wir fordern Fairness


Der Deutsche Apothekertag in Düsseldorf fand in einer für die Apotheker extrem schwierigen Zeit statt. Wir haben Klartext gesprochen. Und wir haben mit einer Stimme gesprochen. Die Botschaft war unmissverständlich: Die schwarz-gelbe Apotheken-Abrissbirne muss verschwinden.

 

Unsere wichtigsten Themen, das Zukunftskonzept von ABDA und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) sowie unsere Forderung nach einer leistungsgerechten Honorierung, sind bei der Politik angekommen. Natürlich war die Resonanz nicht einheitlich. Die Reaktionen haben uns darin bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

 

Von der Politik erwarten wir nach den Zumutungen der vergangenen Jahre für die Zukunft Fairness. Der dritte Arbeitskreis weckte Hoffnungen darauf. Die beiden Koalitionspolitiker Jens Spahn (CDU) und Heinz Lanfermann (FDP) waren interessiert, die Sachdiskussion zwischen Apothekern und bürgerlichen Parteien zu führen. Beim Zukunftskonzept gab es ein klares Signal: Das von Apothekern und Ärzten gemeinsam entwickelte Modell zur Arzneimittelversorgung kommt ins Versorgungsstrukturgesetz! Dies hatte zuvor bei der Eröffnung auch Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) bekräftigt. Gut so! Entscheidend wird jetzt das WIE sein. Wir wollen, dass die Versicherten von Beginn an im SGB V einen Anspruch auf die neue Leistung von Ärzten und Apothekern erhalten.

 

Gespräche werden wir auch über unser Honorar führen. Der packungsabhängige Fixzuschlag von 8,10 Euro muss nach acht Jahren endlich dynamisiert werden. Außerdem muss die Unterbezahlung der Apotheker, die sich insbesondere beim Nacht- und Notdienst, bei Rezepturen und bei der Gebühr für die Abgabe von Betäubungsmitteln auswirkt, ein Ende haben. Es muss ein kostendeckendes Honorar geben. Und schließlich muss der Apothekenabschlag 2012 wieder auf 1,75 Euro als Ausgangsbasis für die Verhandlungen sinken. Wir haben unseren Beitrag erbracht. Es wäre gerecht, jetzt zu den Bedingungen von 2010 zurückzukehren, das Sonderopfer der Apotheken auf ein Jahr zu befristen und durch Klarstellung der Ausgangsbasis für die Verhandlungen deutlich zu machen, dass es tatsächlich, wie immer behauptet, ein zeitlich befristetes Sonderopfer ist.

 

Der Apothekertag hat uns Hausaufgaben aufgegeben. Ab sofort werden die von uns in Angriff genommen. Wir haben ermutigende Signale vernommen, aber noch keine greifbaren Ergebnisse in den Händen. Daran werden wir nun arbeiten. Helfen Sie alle vor Ort mit!

 

Heinz-Günter Wolf

Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände


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Beitrag erschienen in Ausgabe 41/2011

 

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