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Gesundheitskarte: Neue Karte, alte Funktionen













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Gesundheitskarte: Neue Karte, alte Funktionen
 


Ab dem 1. Oktober sollen rund sieben Millionen Krankenversicherte die elektronische Gesundheitskarte erhalten. Es sei «eines der weltweit größten und bedeutendsten IT-Projekte», sagte der zuständige Experte des Krankenkassen-Spitzenverbands, Rainer Höfer, heute in Berlin. Die alte Krankenversichertenkarte solle zurückgeschickt oder zerstört werden, sagte Höfer. «Für die Versicherten ändert sich erstmal gar nichts.»

Die Karte soll unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden, eine größere Übersicht über den Verlauf von Behandlungen bei Ärzten und Kliniken ermöglichen und Geld sparen, sagte Höfer. Dazu soll die Karte online angebunden werden – wann dies aber geschieht, sei noch offen. Mit der vollen Online-Anbindung aller Ärzte und Kliniken rechnen Experten erst in vier bis fünf Jahren.

Ärzte und andere Heilberufler sollen verschlüsselt Einblick in die Patientendaten erhalten. Die Informationen über Befunde aus dem Labor, Arztbriefe, Röntgenbilder oder die verordneten Medikamente sollen die Behandlung in einigen Jahren verbessern. Die nun ausgegebenen Karten seien mit einem Mikroprozessor-Chip ausgestattet und könnten diese Anwendungen später leisten, sagte Höfer.

Nun sollen die Karten zunächst mit Adresse und anderen Grunddaten sowie einem Foto des Versicherten ausgegeben werden. Auf der Rückseite ist eine europäische Krankenversicherungskarte für Arztbesuche im EU-Ausland aufgedruckt. In weiteren Ausbaustufen sollten auf Wunsch des Versicherten auch Notfalldaten (zum Beispiel über Vorerkrankungen oder Allergien) und Hinweise auf Patientenverfügungen und Organspenderklärungen aufgenommen werden.

Danach sollen die Stammdaten online geändert werden können, etwa wenn der Versicherte umzieht. Die Kassen können sich dann das Verschicken neuer Krankenkassenkarten sparen. Missbrauch solle so eingedämmt werden. Doch auch für diese erste Online-Anwendung konnte Höfer noch kein Startdatum nennen.

28.09.2011 l PZ/dpa
Foto: Barmer-GEK
 

 

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