Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Rote-Hand-Brief: Lieferengpass für Insulin glulisin

NACHRICHTEN

 
Rote-Hand-Brief: Lieferengpass für Insulin glulisin
 


Sanofi-Aventis hat einen Lieferengpass für das schnell wirksame Insulinanalogon Insulin glulisin (Apidra®) in den nächsten Tagen angekündigt. Betroffen ist die 3-Milliliter-Patrone. Wie der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mitteilt, kam es zu einer technischen Störung einer Produktionsanlage. «Wir arbeiten mit Nachdruck an der Behebung und gehen von normalen Lieferungen zu Beginn des Jahres 2012 aus», schreibt das Unternehmen. Die derzeit im Handel befindlichen Chargen seien sicher in der Anwendung. Betroffen sind in Deutschland die Produkte Apidra® Patrone, Apidra® Patrone für OptiClik®, Apidra® SoloStar® und Apidra® OptiSet®.

Die Apidra-Durchstechflasche ist von der technischen Panne nicht betroffen. Patienten, die zurzeit Insulin glulisin verwenden, können also von ihrem Arzt auf diese etwas unbequemere Applikationsform mit Einmalspritze umgestellt werden. Dabei ist keine Dosisanpassung nötig. Als Alternativen stehen als schnell wirksame Insuline Humalog® (Insulin lispro) oder NovoRapid® (Insulin aspart) zur Verfügung. Wenn diese nicht verfügbar oder empfehlenswert für den einzelnen Patienten sind, können kurz wirksame Humaninsuline in Betracht kommen wie Insuman® Rapid, Huminsulin® Normal oder Actrapid®. Cave: Diese Insuline fluten langsamer an und wirken länger als Insulin glulisin. Jeder Patient sollte von seinem Arzt individuell umgestellt werden. Während dieser Zeit müssen die Patienten engmaschig ihren Blutzucker kontrollieren und vom Arzt überwacht werden.

Sanofi-Aventis weist darauf hin, dass die Wirkstärke von Apidra in Einheiten angegeben sind, die sich nur auf dieses Produkt beziehen und nicht identisch mit Internatiolen Einheiten oder den Einheiten anderer Insulinanaloga sind. Die Wirkung anderer schnell wirksamer Insulinanaloga sei jedoch äquimolar, sodass die Dosis entsprechend berechnet werden kann. Sanofi-Aventis bietet Schulungsmaterial für Patienten, Ärzte, Apotheker und Diabetesberater unter diabetologieportal.de an. Zudem betreibt das Unternehmen ein kostenpflichtiges Callcenter für Patienten und Fachkreise unter der Nummer (0180 )2222010. (db)

Rote-Hand-Brief Insulinglulisin

26.09.2011 l PZ
Foto: Sanofi-Aventis
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Flüchtlinge: Ärztepräsident fordert Gesundheitskarte

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery dringt auf die generelle Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Vor Beginn des Ärztetags...



Hilfswerk: Kinder und Mütter weltweit besser schützen

Die reichen Industrienationen müssen nach Überzeugung von Entwicklungsorganisationen mehr für Kinder und Mütter tun. Vor dem Gipfel der...



WHO warnt: Welt ist nicht genügend vor Erregern geschützt

Der große Zika-Ausbruch in Südamerika ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch Folge eines vernachlässigten Kampfes...



Schiedsstellenverfahren: Einigung bei Nullretax

Es hat schon kaum mehr jemand daran geglaubt, aber Apotheker und Kassen haben sich am Montag in der Retax-Frage geeinigt. Beim vierten...

 
 

Diabetes: Hormonspritze normalisiert Blutzuckerwerte
Eine einzelne Injektion des Wachstumsfaktors FGF1 in das Gehirn von Mäusen mit Typ-2-Diabetes hat in einer Studie die Erkrankung über einen...

Chronische Schmerzen: Multimodal therapieren
Chronischer Schmerz hat keine Warnfunktion, sondern ist eine eigenständige Erkrankung mit biopsychosozialen Ursachen. Die Patienten sollten...

DPP-4-Hemmer: Kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko
Die Einnahme von Dipeptidylpeptidase (DPP)-4-Inhibitoren erhöht bei Typ-2-Diabetikern das Herz-Kreislauf-Risiko nicht. Zu diesem Schluss...

Schmerzen: Ätiologie entscheidet über Therapie
Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Mediziner unterscheiden zwischen Schmerztypen wie physiologischem und neuropathischem Schmerz sowie...

Kopfschmerzen: «Red flags» erkennen
Kopfschmerzen können akut lebensbedrohlich sein. Die Warnzeichen («red flags») müssten Arzt und Apotheker beim Erstkontakt mit dem...

Innovative Versorgung: G-BA begutachtet Förderanträge
Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat mit der Begutachtung von Projektskizzen begonnen, die sich um...

KBV will Problem umstrittener Zahlungen klären
Die Führung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist zuversichtlich, die ihr drohende Zwangsverwaltung abwenden zu können. Das...

BAH-Umfrage: Gleiche Versorgung für Flüchtlinge
81 Prozent der Deutschen sind dafür, dass Flüchtlinge den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung haben sollten wie Bundesbürger. Das...

Zika-Impfstoff: Erste Tests schon im November
Brasilien und die USA kommen bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Zika-Virus schneller voran als gedacht. Im November sollen die...

Monsanto-Übernahme: Bayer bietet 62 Milliarden Dollar
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will die größte Übernahme in der Firmengeschichte ohne den Verkauf eigener Unternehmensteile stemmen....

Eröffnung Pharmacon: Ohne Ernährungssicherheit kein Frieden
Der Kampf gegen den weltweiten Hunger ist eine internationale Herausforderung. Ausreichende Ernährung zähle zu den Menschenrechten und sei...

Kiefer: Ohne Medikationsanalyse kein Medikationsplan
Der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), Andreas Kiefer (Foto), ist mit der Vereinbarung zum Medikationsplan unzufrieden. Kiefer...

Krankenhäuser: Kostendruck geht zulasten der Patienten
Der Kostendruck im Gesundheitswesen zwingt Mediziner nach Ansicht des Marburger Bundes dazu, Entscheidungen nicht mehr ausschließlich am...

Vorstand Versorgungswerke: Strunk geht, Schmidt kommt
Bei ihrer 74. Sitzung haben die Teilnehmer der Ständigen Konferenz der Versorgungswerke der Apotheker einen neuen Vorsitzenden gewählt: An...

Welt-MS-Tag: Den Alltag selbstbestimmt meistern
Aufklären, informieren, Erfahrungen austauschen: Kurz vor dem Welt-MS-Tag hat die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG) erneut für...

Rabattverträge: AOK vor nächster Runde
Die Ortskrankenkassen haben an diesem Freitag ihre 17. Rabattrunde festgezurrt. Nach Angaben des AOK-Bundesverbandes ersetzt sie die...

Noch mehr Meldungen...













DIREKT ZU