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HIV: Aus gescheiterten Impfstrategien lernen

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HIV: Aus gescheiterten Impfstrategien lernen
 


Der Antikörper Immunglobulin G (IgG) erkennt einen speziellen Teil der äußeren Hülle des HI-Virus und reduziert damit das Risiko einer Infektion. Wissenschaftler der Mahidol Universität in Bangkok und des HIV-Forschungsprogramms des US-Militärs in Washington DC untersuchten die Blutproben einer bereits 2009 durchgeführten HIV-Studie mit mehr als 16 000 Thailändern auf Hinweise, warum bei einigen Patienten die HIV-Impfung eine Infektion verhinderte und bei anderen nicht, schreibt das Onlineportal «Nature News».

Damals führte die Impfung zu einer Senkung des Infektionsrisikos um 30 Prozent. Doch erst bei ihrer aktuellen Studie stießen die Forscher auf erste Erklärungshinweise für diesen Erfolg, wie sie vergangene Woche bei einer Konferenz in Bangkok berichteten. IgG erkennt eine Struktur auf der HI-Virushülle, die als V2-Schleife bezeichnet wird. Enthielt das Blut der Teilnehmer diesen Antikörper, hatten die Personen eine um 43 Prozent verringerte Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren als Teilnehmer, die den Antikörper nicht bildeten.

«Wir haben jetzt Hinweise darauf, warum der Impfstoff geholfen haben könnte. So etwas hatten wir in den vergangenen 30 Jahren nicht. Das ist sehr wichtig für dieses Forschungsfeld», erklärte Barton Haynes, Direktor des Duke Human Vaccine Institute in Durham und Leiter der Folgestudie.

Währenddessen erging es den Versuchsteilnehmern schlechter, die als Immunreaktion den Antikörper IgA produzierten. Dieser erkennt andere Teile der Virusoberfläche und verursachte bei den Probanden eine um 54 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit zu erkranken im Vergleich zu denen, die diesen Antikörper nicht bildeten. Allerdings macht diese Immunantwort die Patienten nicht anfälliger für eine Infektion, als wenn sie gar keine Impfung erhielten.

«Unsere Erkenntisse sollten als Leitfaden für zukünftige klinische Studien und Impfstoffentwicklungen dienen», sagte Nelson Michael, Studienleiter des HIV-Forschungsprogramms des US-Militärs in Washington DC. «Auf dieser Basis könnten die Vakzinen so designt werden, dass sie die Produktion von IgG-Antikörpern anregen, die die V2-Schleife erkennen.» (ar)

doi: 10.1038/news.2011.541

23.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki
 

 

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