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Betablocker: Längeres Leben für Hautkrebs-Patienten













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Betablocker: Längeres Leben für Hautkrebs-Patienten
 


Betablocker verbessern vermutlich die Überlebensrate von Melanompatienten. In früheren Studien entdeckten die Forscher um Ronald Glaser von der Ohio State University im US-amerikanischen Columbus, dass einige Krebszellen Rezeptoren für die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin besitzen. Bindet eines dieser Nebennierenhormone an den Rezeptor, kommt es zu einer verstärkten Bildung des Wachstumsfaktors VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), Interleukinen und Enzymen. Diese Substanzen benötigt der Tumor für seine Blutversorgung, sein Wachstum und die Bildung von Metastasen.

Als die Wissenschaftler eine Melanom-Zelllinie mit Propranolol behandelten, stagnierte die Produktion der genannten Substanzen. In einer neuen Studie, veröffentlicht im Fachjournal «Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention», werteten die Forscher das dänische Krebsregister aus. Es beinhaltet Informationen über mehr als 4000 Melanompatienten inklusive deren Medikation. «Die Patienten, die bereits Betablocker einnahmen, als sie ihre Krebsdiagnose erhielten, hatten eine um 19 Prozent höhere Gesamtüberlebensrate als diejenigen, die das Blutdruckmittel nicht nahmen», berichtet Stanley Lemeshow, Professor am College of Public Health in Ohio. Betablocker könnten demnach bei malignen Hauttumoren eine Zusatzmedikation zur Chemotherapie darstellen, da sie den Katecholaminen und damit vermutlich der Tumorprogression entgegen wirken. Weitere Belege sollen durch eine randomisierte klinische Studie folgen, die die Forscher demnächst durchführen wollen. (ar)

doi: 10.1158/1055-9965.EPI-11-0249

Lesen Sie dazu auch
Hautkrebs: Ein vermeidbares Problem, PZ 15/2011

Mehr zum Thema Krebs und Zytostatika

22.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Lev Olkha
 

 

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