Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

UN verstärkt Kampf gegen chronische Krankheiten

NACHRICHTEN

 
UN verstärkt Kampf gegen chronische Krankheiten
 


Mit einer politischen Erklärung wollen die Vereinten Nationen die Eindämmung chronischer Krankheiten härter angehen. Spitzenpolitiker aus rund 140 Ländern beschlossen die Initiative am Montag bei einer «historischen» Konferenz in New York. Mit ihr widmet sich die UN-Vollversammlung erst zum zweiten Mal in der Geschichte einem dringenden gesundheitspolitischen Thema. Vor zehn Jahren hatte sie globale Maßnahmen gegen die HIV/Aids-Epidemie angestoßen und damit viel erreicht.

63 Prozent aller Todesfälle gehen nach WHO-Angaben auf das Konto nicht ansteckender Krankheiten, allen voran Krebs-, Herz- und Kreislaufleiden, Diabetes und chronische Atemwegprobleme. Laut WHO dürfte der Einfluss der «vermeidbaren» Krankheiten auf globale Todeszahlen bis 2020 noch um 17 Prozent anwachsen, in Afrika sogar um 24 Prozent. 80 Prozent der Todesfälle durch chronische Leiden ereignen sich derzeit in Entwicklungsländern.

Die Direktorin der Weltgesundheits­organisation (WHO), Margaret Chan, will bis Ende 2012 ein Aktionsprogramm aufstellen, das an die Wurzeln des Problems geht. Es soll die Todesfälle und ihre Ursachen in den einzelnen Ländern erfassen und entsprechende Gegenmaßnahmen empfehlen, kündigte Chan an. Doch schon dieser erste Schritt sei problematisch, denn «85 Prozent der Teilnehmerländer führen derzeit noch keine verlässliche Todesstatistik».

Ohne globale Kampagnen dürfte die Belastung der Weltwirtschaft durch chronische Krankheiten bis zum Jahr 2030 auf 30 Billionen US-Dollar (22 Billionen Euro) anwachsen, warnen das Weltwirtschaftsforum und die Harvard-Universität nach Angaben des «Wall Street Journal» in einer am Sonntag veröffentlichten Analyse.

UN-Chef Ban Ki Moon propagierte eine Liste von persönlichen Maßnahmen, die jährlich Millionen Menschen ein längeres, gesünderes Leben bringen könnten: mehr Bewegung, gesunde Ernährung, moderater Alkoholkonsum und Abschied von der Zigarette. Die Lebensmittelbranche forderte Ban zu nachhaltiger Produktion und verantwortungsbewusster Werbung auf: «Hört auf, schon Babys mit industriell gefertigter Nahrung zu füttern».

Chan appellierte an die Konferenz, die «abscheulichen» Marketing-Strategien der Tabakindustrie zu stoppen. Rauchen fordere mehr Todesopfer als irgendeine andere Ursache. Der Nahrungsmittelindustrie warf sie vor, sogenanntes Junk Food mit viel zu hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt auf den Markt zu bringen. «Wenn 40 Millionen Schulkinder fettleibig sind, heißt das, dass etwas schrecklich schief läuft», warnte sie. Das Resultat seien Krankheiten, die nicht nur persönliches Leiden verursachten, sondern ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben könnten.

20.09.2011 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Richter
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Gröhe: Mehr Geld für Suizidprävention

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will die Zahl der Suizide in Deutschland senken und entsprechende Forschungsprojekte mit mehr...



Deutschland: Weniger Offizinen, mehr Personal

In Deutschland gibt es immer weniger Apotheken, die Zahl der dort beschäftigten Personen wächst jedoch. Das hat die ABDA –...



Gesundheitskurse: Rechnungshof rügt Bundeswehr

Schwimmen und Laufen in der Dienstzeit: Der Bundesrechnungshof (BRH) hat Gesundheitskurse bei der von Personalmangel geplagten Bundeswehr...



Geräusche im Alltag: Lärm kann krank machen

Kontinuierlicher Lärm von Straßenverkehr oder Maschinen am Arbeitsplatz schädigt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nur das...

 
 

Novartis und Amgen einigen sich auf Rechte an Migränemittel
Der schweizerische Pharmakonzern Novartis und das US-amerikanische Biotechunternehmen Amgen haben sich auf die Kommerzialisierungsrechte...

Fresenius übernimmt Akorn und Biosimilar-Sparte von Merck
Der Medizinkonzern Fresenius Kabi hat sein Arzneimittel-Portfolio mit zwei Übernahmen aufgestockt. Wie das Unternehmen heute mitteilte, hat...

Sozialwahl: Versicherte können ab heute ihre Stimme abgeben
Rund 52 Millionen Renten- und Krankenversicherte können ab heute an der Sozialwahl 2017 teilnehmen. Die dafür nötigen Wahlunterlagen sollen...

Moderne Diesel überschreiten Stickoxid-Grenzwert deutlich
Moderne Diesel-Pkw überschreiten im Alltag die EU-Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide um ein Vielfaches. Das zeigen Tests und...

EU-Zulassungsempfehlung für Antikörper-Wirkstoff-Konjugat
Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Inotuzumab Ozogamicin (Besponsa®, Pfizer) hat vom Ausschuss für Humanarzneimittel der...

Herzinfarkt: Nicht immer sind die Symptome typisch
Die klassischen Symptome eines Herzinfarkts sind gut bekannt: Schmerzen und Druckgefühl in der Brust, die in Hals, Kiefer und den linken...

Europäische Impfwoche: Masern-Impfquote noch zu niedrig
In Deutschland sind immer noch zu wenige Kinder und Erwachsene gegen Masern geimpft. Das hat die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher...

OTC-Sparte: Neuer Geschäftsführer bei Stada
Der Bad Vilbeler Generikahersteller Stada hat einen neuen Geschäftsführer: Ab Mai bekleidet Ralph Grobecker den Posten. Der Manager hat...

Niereninsuffizienz: Fallzahlen und Folgen werden unterschätzt
Forscher schlagen aufgrund der hohen globalen Raten bei Nierenerkrankungen Alarm. Weltweit würden Regierungen zu wenig gegen die «stille...

Malaria-Prävention: WHO fordert mehr Engagement
Angesichts von jährlich rund 400.000 Malaria-Toten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen stärkeren Einsatz zur Verhinderung neuer...

EMA-Empfehlung: Konkurrenz für Tocilizumab in Sicht
Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Zulassungsbehörde EMA hat eine Zulassungsempfehlung für den monoklonalen Antikörper...

Studie: Unbezahlte Arbeit wird großteils von Frauen gemacht
Der größte Teil unbezahlter Hausarbeit, Kinderbetreuung und Angehörigen-Pflege wird in Deutschland weiterhin von Frauen geleistet. Das...

Weltweite Unterstützung für den «March for Science»
Zehntausende Menschen haben am Samstag in mehr als 600 Städten weltweit für die Bedeutung von Wissenschaft und eine faktenbasierte Politik...

DocMorris muss Automatenapotheke wieder schließen
Der Versandhändler DocMorris muss seine umstrittene Automatenapotheke in Baden-Württemberg schon nach gut 48 Stunden wieder schließen. Der...

Deutschland unter den zehn größten Raucherländern weltweit
Deutschland gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU