Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Rote-Hand-Brief: Leukämien unter Romiplostim

NACHRICHTEN

 
Rote-Hand-Brief: Leukämien unter Romiplostim
 


Romiplostim (Nplate®) erhöht bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom das Risiko, an einer akuten myeloischen Leukämie zu erkranken. Hersteller Amgen weist in einem Rote-Hand-Brief daraufhin, den Thrombozyten-Rezeptor-Agonisten nicht bei diesen Patienten, sondern nur im zugelassenen Indikationsbereich anzuwenden. Romiplostim steigert die Bildung von Thrombozyten. Es ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten nach Milzentfernung, die unter der Autoimmunerkrankung Immunthrombo­zytopenie (ITP) leiden. Dabei zerstört der Körper seine eigenen Thrombozyten. In dieser Indikation ist ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis nachgewiesen.

Nicht so bei der Off-Label-Anwendung bei myelodysplastischem Syndrom. Bei dieser Erkrankung sind die blutbildenden Stammzellen verändert, woraus sich eine Leukämie entwickeln kann. Symptom kann aber auch hier eine Thrombozytopenie sein. Romiplostim scheint nach bisherigen Studiendaten die Progression zu einer akuten myeloischen Leukämie zu fördern. Bei Patienten mit ITP, die mit Romiplostim behandelt werden sollen, muss daher zuvor ein myelodysplastisches Syndrom ausgeschlossen werden. Das gentechnisch hergestellte Arzneimittel darf nicht bei anderen Erkrankungen angewendet werden, die mit Thrombozytopenie einhergehen, heißt es zudem ausdrücklich im Rote-Hand-Brief.

Bei ITP-Patienten sollten vor und während der Behandlung mit Romiplostim regelmäßig Knochenmarkpunktionen und -biopsien erfolgen, um die Blutstammzellen zu überprüfen. (db)

Rote-Hand-Brief
Arzneistoffprofil Romiplostim (Nplate®/2009), Rubrik Neue Arzneistoffe

19.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Pixelwolf
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


TTIP: Arzneimittelhersteller betonen Chancen

Mehr Vor- als Nachteile: Die Arzneimittelhersteller sehen das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP als große Chance für den...



HIV-Therapie: Weitere Argumente für frühen Start

Nach einer HIV-Infektion sollten Patienten so früh wie möglich eine antiretrovirale Therapie (ART) beginnen. Denn ein früher Therapiestart...



Kaffeekonsum: Nicht mehr als vier Tassen am Tag

Gesunde Erwachsene sollten nicht mehr als vier Tassen Filterkaffee oder vier Espressi über den Tag verteilt konsumieren. Das rät die...



AOK: Neue Rabattarzneimittel ab 1. Juni

Ab kommenden Montag erhalten zahlreiche AOK-Versicherte Arzneimittel von anderen Herstellern als bislang. Denn am 1. Juni startet die 14....

 
 

Michels: Apotheken fehlen Perspektive und PTA
Die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe ist im neunten Jahr ununterbrochen zurückgegangen. Mittlerweile gibt es nur noch 1615...

Cannabis: Alkohol lässt den THC-Wert ansteigen
Der THC-Wert im Blut steigt deutlich an, wenn Cannabis und Alkohol zusammen konsumiert werden. Das belegen die Ergebnisse einer Studie aus...

E-Health: Apotheker sehen deutliche Lücken im Gesetz
Die Apotheker haben den Entwurf der Bundesregierung für das E-Health-Gesetz scharf kritisiert. Mit der Novelle sollen Patienten Anspruch...

EU: Deutschland tut nicht genug gegen Tabakkonsum
Deutschland tut aus Sicht der EU-Kommission zu wenig gegen den Tabakkonsum. Die Bundesrepublik zähle zu den EU-Staaten, «die nicht den...

Reizdarm: Zwei Wirkstoffe in den USA zugelassen
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei Wirkstoffe zur Behandlung des Reizdarm-Syndroms mit Durchfall zugelassen. Eluxadolin...

E-Zigaretten: Bei Jugendlichen im Trend
Immer weniger Jugendliche rauchen, aber immer mehr probieren E-Zigaretten. Darauf hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung...

Hepatitis C: Wer braucht die neuen Mittel am dringendsten?
Die neuen Hepatitis-C-Medikamente erzielen höhere Heilungsraten bei besserer Verträglichkeit als ältere Therapieoptionen, sind jedoch mit...

Onkolytische Viren: Mit Herpes gegen Hautkrebs
Noch in diesem Jahr könnte erstmals ein onkolytisches Virus in Europa und den USA auf den Markt kommen. Zumindest liegen jetzt die...

Merkel will Europa als starken Pharmastandort
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Europas Pharmaindustrie im Wettbewerb mit der US-Konkurrenz Mut zugesprochen. «Wir sollten in...

Jugendliche: Eltern und Freunde als Alkohol-Quellen
Jugendliche versorgen sich einer neuen Studie zufolge vor allem bei ihren Eltern und Freunden mit Alkohol. Supermärkte spielen nur eine...

Studie bestätigt Thrombose-Risiko neuerer Kontrazeptiva
Antibabypillen mit neueren Gestagenen bergen ein fast doppelt so hohes Thrombose-Risiko wie kombinierte hormonelle Kontrazeptiva mit den...

Preis: Apotheken-Honorierung muss angepasst werden
Thomas Preis fordert eine schnelle Anpassung des Apothekenhonorars. Die Apotheken könnten nicht wieder zehn Jahre warten, bis ihre...

Noch mehr Meldungen...












DIREKT ZU