Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

KBV: Medikationskatalog ist keine Positivliste












DIREKT ZU

 


NACHRICHTEN

 
KBV: Medikationskatalog ist keine Positivliste
 


Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht eindeutige Unterschiede zwischen der Positivliste und dem von ABDA und KBV entwickeltem Medikationskatalog. Eine Positivliste sei für Ärzte bindend; der Medikationskatalog greife dagegen nicht in die Therapiefreiheit der Ärzte ein. Der Begriff Positivliste sei deshalb im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Versorgungskonzept von Ärzten und Apothekern vollkommen falsch gewählt, schreibt die KBV in einer Stellungnahme. Damit reagiert sie auf Äußerungen und Zeitschriftenartikel, in denen der Medikationskatalog als Positivliste beschrieben worden war.

Der Medikationskatalog sei die Weiterentwicklung der Leitsubstanzen. Im Katalog seien Leit- und Reservewirkstoffe für Indikationen der Grundversorgung zusammengestellt. Verordne der Arzt vorrangig nach dem Medikationskatalog, so helfe ihm dies, seine Patienten wirtschaftlich und evidenzbasiert zu versorgen. Der Arzt habe damit im ABDA-KBV-Modell weiterhin die freie Entscheidung, wie er seine Patienten behandelt. Diese werde ihm auch nicht vom Apotheker genommen, denn dieser wähle die Präparate nach den Vorgaben des Arztes und unter Berücksichtigung der Rabattverträge aus.

Die KBV sieht in dem Medikationskatalog das zentrale Element des gemeinsamen Konzepts, in dem der Arzt in der Regel Wirkstoffe verordnen soll und nur noch in begründeten Ausnahmefällen Handelsnamen aufschreibt. Für eine bessere Compliance sollen nach den Vorstellungen von Ärzten und Apothekern die Wirkstoffnamen für den Patienten deutlich sichtbar auf die Arzneimittelpackung aufgedruckt werden. Der Patient erkenne dann leichter, dass er das richtige Präparat bekommen habe. Neben Medikationskatalog und Wirkstoffverordnung ist das Medikationsmanagement für chronisch Kranke, die regelmäßig mindestens fünf Medikamente einnehmen, die dritte Säule des Konzepts.

Für die Ärzte hat das Konzept den Charme, dass die an Leitlinien und Indikationen orientierte wirtschaftliche Verordnung die ausgabenbezogene Steuerung ersetzt und so Richtgrößenprüfungen und Regresse wegfallen könnten. (dr)

Mehr zum Thema ABDA-KBV-Konzept

16.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/pressmaster
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Kampf gegen Keim in Kiel: Experten im Einsatz

Mithilfe von Fachleuten aus Frankfurt am Main hat das Universitätsklinikum Kiel den Kampf gegen einen gefährlichen multiresistenten Keim...



TNF-Inhibitoren bei RA: Absetzen ist gefährlich

Sprechen Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) auf eine Therapie mit TNF-α-Inhibitoren an, sollte man diese nicht ohne zwingenden...



USA: Zahl der Fettleibigen auf Rekordhoch

In Amerika ist der Anteil der fettleibigen Erwachsenen im vergangenen Jahr noch weiter gestiegen – von 27,1 Prozent in 2013 auf 27,7...



Alzheimer: Auch antientzündliche Prozesse beteiligt

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass vor allem inflammatorische Prozesse die Entstehung von Alzheimer triggern. Forscher der...

 
 

Kongress: Ethik und Monetik in der Krebstherapie
Mehr Krebspatienten sowie neue teure Medikamente bei gleichzeitig wachsendem Kostendruck auch und gerade in der Onkologie: Die...

SVR Gesundheit: Neue Sachverständige ernannt
Der neue Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR Gesundheit) ist im Amt. Bundesgesundheitsminister...

Erwachsene wie Kinder: Die Deutschen sitzen zu viel
Die Deutschen verbringen nach Einschätzung von Experten zu viel Zeit im Sitzen: im Mittel mehr als sieben Stunden an Werktagen. Das geht...

Ebola: Jedes Land soll Spezialteams aufbauen
Ebola hat gezeigt, wie wenig die Welt auf eine solche Gesundheits-Krise vorbereitet ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO will, dass...

Schlafstörungen: Hygiene statt Tabletten
Patienten mit Schlafstörungen werden in Deutschland viel zu häufig mit Arzneimitteln behandelt. Besser wäre in den allermeisten Fällen eine...

Antidepressiva: Viele Wege führen zum Ziel
An der Entstehung einer Depression sind im Gehirn drei Neurotransmitter-Systeme beteiligt: Noradrenalin, Serotonin und Dopamin. «Welches...

Impfallianz will Impfstoffe gerechter verteilen
Die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) will bis zum Jahr 2020 vor allem die Verteilungsgerechtigkeit von Impfstoffen...

Kinderwunsch: Briten diskutieren über Mitochondrien-Spende
In Großbritannien wird derzeit diskutiert, ob eine künstliche Befruchtung mit der Mitochondrien-DNA einer zweiten Frau anstelle der...

Phase-III-Studie: GSK liefert Ebola-Impfstoff aus
Der britische Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline hat die erste Charge eines neu entwickelten Ebola-Impfstoffes nach Liberia verschickt. Die...

EMA zu gefälschten Studien: 700 Zulassungen aussetzen!
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt das Suspendieren mehrerer Hundert...

EMA: Sieben auf einen Streich
Insgesamt sieben Zulassungsempfehlungen hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA...

Pharmazeutische Bedenken: Trumpf häufiger ausspielen
Apotheker sollten häufiger als bisher Pharmazeutische Bedenken äußern, um die Umstellung eines Patienten von einem verordneten Präparat auf...

Kassen wollen Öffnung des Apothekenmarkts
Die Krankenkassen fordern modernere Apothekenstrukturen. Um die Arzneimittelversorgung hierzulande noch besser und wirtschaftlicher zu...

Pharmacon Schladming: Veranstalter und Teilnehmer zufrieden
Mit rund 700 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geht am heutigen Freitag der erste Pharmacon Schladming zu Ende. Damit...

Gefälschte Studien: Laut Regierung «seltener Einzelfall»
Die Bundesregierung sieht nach dem Skandal um gefälschte Arzneimittelstudien in Indien kaum Handlungsbedarf. Vorfälle wie die durch...

Noch mehr Meldungen...