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Zeckenbiss: Antibiotika-Pflaster schützt vor Borreliose

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Zeckenbiss: Antibiotika-Pflaster schützt vor Borreliose
 


Lokal appliziertes Azithromycin kann offenbar Borrelien abtöten und nach einem Zeckenstich vor Lyme-Borreliose schützen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher von der Universität München. Im Tierversuch konnte das Team um Professor Dr. Reinhard Straubinger vom Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen zeigen, dass ein einmalig an der Einstichstelle angebrachtes Gel mit dem Antibiotikum die Infektion im Keim ersticken kann. Zudem fanden sie heraus, dass diese Therapieform auch dann noch einen Nutzen hatte, wenn sie erst drei Tage nach dem Stich zum Einsatz kam. Im «Journal of Antimicrobial Chemotherapy» haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse veröffentlicht.

Mittlerweile wird die lokale Antibiotika-Behandlung gegen Borrelien auch an infizierten Menschen in einer Phase-III-Studie getestet. Vorerst müssen sich Borreliose-Patienten aber noch einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie, zum Beispiel mit Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim, unterziehen. Ärzte müssen eine Behandlung oft auf Verdacht einleiten, weil sich die Erreger direkt nach dem Zeckenstich noch nicht im Organismus nachweisen lassen. «Bei unserem Ansatz wird das Antibiotikum über ein transparentes, selbst klebendes Pflaster direkt auf die Stichstelle aufgebracht», sagt Straubinger in einer Pressemitteilung der Universität. «Weil nur sehr wenig Antibiotikum enthalten ist, bleibt die Wirkung lokal begrenzt und auch Nebenwirkungen treten kaum auf.» (ss)

doi: 10.1093/jac/dkr371

16.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Maria.P.
 

 

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