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Arzneiverordnungsreport: 8 Milliarden Euro Sparpotenzial

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Arzneiverordnungsreport: 8 Milliarden Euro Sparpotenzial
 


Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen sind 2010 deutlich schwächer gestiegen als im Vorjahr. Laut Arzneimittelverordnungsreport 2011 kletterten sie auf knapp 32 Milliarden Euro – das ist ein Plus von lediglich 1 Prozent. Damit liegt die Steigerungsrate bei Medikamenten unter dem Anstieg der Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der 2,9 Prozent beträgt.

Dr. Ulrich Schwabe, Professor an der Universität Heidelberg und Herausgeber des Reports, führt dieses Ergebnis teilweise auf das Arzneimittelsparpaket der Bundesregierung zurück. Seit August 2010 müssen die Pharmahersteller einen erhöhten Zwangsabschlag von 16 Prozent zahlen, bis Ende 2013 gilt ein Preismoratorium. «Daneben spielen erneut Preisrückgänge bei den Generika eine Rolle», so Schwabe. Auch durch Rabattverträge hätten die Kassen 1,3 Milliarden Euro gespart.

Trotzdem sehen die Autoren des Arzneiverordnungsreports weiterhin großes Einsparpotenzial. Insgesamt könnte die GKV bei Medikamenten 8,1 Milliarden Euro sparen, sagte Schwabe. Das sei mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes für Fertigarzneimittel. Laut Report müssten die Kassen 4,1 Milliarden Euro weniger ausgeben, wenn allein die Preise für patentgeschützte Arzneimittel auf britisches Niveau gesenkt würden. Weitere 3,3 Milliarden Euro könnten sie sparen, wenn auch für Generika britische Preise herangezogen würden.

Der Arzneiverordnungsreport 2011 basiert auf rund 790 Millionen Verordnungen für Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Daten liefert das Wissenschaftliche Institut der AOK. (sch)

Lesen Sie dazu auch
Arzneimittelatlas: Zwangsrabatt hilft Arzneikosten sparen, PZ 37/2011

14.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/HLPhoto
 

 

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