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Änderungsantrag: Koalition will ABDA-KBV-Modell

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Änderungsantrag: Koalition will ABDA-KBV-Modell
 


Das gemeinsame Konzept von ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) für eine sichere Arzneimittelversorgung könnte nun doch Einzug in das Versorgungsstrukturgesetz finden. Die Fraktionen von Union und FDP haben einen entsprechenden Änderungsantrag verfasst. Danach sollen die Landesverbände von Ärzten und Apothekern das Konzept in Modellregionen testen können. Wenn die Krankenkassen dadurch Kosten einsparen, «sollen davon auch die teilnehmenden Leistungserbringer profitieren», heißt es in dem Antrag, der der Pharmazeutischen Zeitung vorliegt. Auf der anderen Seite dürfen den Kassen aber keine Extraausgaben entstehen. «Mehraufwendungen durch das Modellprojekt sind den Krankenkassen auszugleichen.»

Das Versorgungskonzept soll «zur Verbesserung der Therapietreue der Patienten beitragen und die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern». Grundlage der Verordnungen ist ein Medikationskatalog, den die Vertragspartner vereinbaren sollen. Dieser soll auch Vorgaben zur wirtschaftlichen Auswahl von Wirkstoffen erhalten. Außerdem können die Partner beschließen, dass anstelle von Präparaten ausschließlich Wirkstoffe verordnet werden. Ein Medikationsmanagement ist möglich, «insbesondere für chronisch kranke Patienten, die mindestens fünf Arzneimittel dauerhaft einnehmen». Wird keine Einigung über ein Modellprojekt erzielt, soll eine Schiedsstelle entscheiden, die zu gleichen Teilen mit Ärzten, Apothekern und Kassenvertretern besetzt ist.

Die ABDA wollte den Änderungsantrag nicht kommentieren. Die Gespräche auf politischer Ebene seien noch nicht abgeschlossen, sagte ABDA-Vizepräsident Friedemann Schmidt der Pharmazeutischen Zeitung. «Wir glauben aber fest daran, dass das ABDA-KBV-Konzept in das Versorgungsstrukturgesetz aufgenommen wird.» (sch)

09.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Pawlowska
 

 

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