Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

EHEC: Neue Therapie von Erfolg gekrönt













DIREKT ZU

 


NACHRICHTEN

 
EHEC: Neue Therapie von Erfolg gekrönt
 


Das neue EHEC-Behandlungskonzept, das Wissenschaftler in Greifswald und Hannover auf dem Höhepunkt der Erkrankungswelle erstmals an schwerst erkrankten Patienten angewendet haben, war erfolgreich. Alle zwölf Patienten, die mit dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) und schwersten neurologischen Ausfällen und Nierenversagen in den beiden Kliniken behandelt wurden, haben die Krankheit überlebt, teilte das Universitätsklinikum Greifswald heute mit. Sie waren mit einer speziellen Blutwäschetherapie behandelt worden. Der Erfolg sei unmittelbar spürbar gewesen, sagte der Greifswalder Transfusionsmediziner Andreas Greinacher. Andere Behandlungskonzepte wie der Plasma-Austausch und die Gabe eines Antikörpers hatten nach Angaben der Wissenschaftler zuvor nicht gegriffen.

Zehn der zwischen 38 und 63 Jahre alten Patienten zeigten keine neurologischen Symptome mehr. Zudem seien alle betroffenen Patienten nicht mehr auf eine Dialyse angewiesen. Die Ergebnisse wurden in der englischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht. Zwei Patienten befinden sich derzeit noch in der neurologischen Rehabilitation. Bei ihnen sei eine kontinuierliche Verbesserung des Gesundheitszustandes zu beobachten, sagte der Hannoveraner Mediziner Jan Kielstein.

In Deutschland wurden zwischen Mai und Juli 2011 laut Robert-Koch-Institut (Berlin) knapp 3500 EHEC-Fälle gezählt. 50 Patienten, die sich mit dem aggressiven Darmkeim infiziert hatten, starben in Folge ihrer Infektion. Lange rätselten die Behörden über den Infektionsherd. Im Juni wurde der gefährliche Keim auf Sprossen nachgewiesen. Wie Kielstein weiter sagte, werden nach ersten Schätzungen deutschlandweit zwischen zehn bis 20 Patienten langfristig von der Dialyse abhängig sein. Rund zwei Drittel der 733 HUS-Patienten mussten mit einer Dialyse behandelt werden.

07.09.2011 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Aamon
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Zecken: Drei neue FSME-Risikogebiete

In Deutschland ist die Zahl der Risikogebiete für die von Zecken übertragene Hirnentzündung FSME erneut gestiegen. Insgesamt 145 Land- und...



Nutzenbewertung: Harvoni verbessert sich leicht

Das Hepatitis-C-Kombinationsmittel aus Ledipasvir und Sofosbuvir (Harvoni®) ist auch für Patienten mit Genotyp 1 mit...



Lungenkrebs: Bei Frauen schon häufiger als Brustkrebs

In den Industriestaaten sterben Frauen inzwischen häufiger an Lungenkrebs als an bösartigen Brusttumoren. Krebsforscher sehen den zentralen...



Welt-MS-Tag: Therapie wird individueller

MS-Kranke stoßen im Alltag oft auf viele Hindernisse – darunter auch die Unkenntnis oder Vorurteile vieler Mitmenschen. Zum Welt-MS-Tag am...

 
 

Kosmetika mit Mineralöl sparsam einsetzen
Kosmetika wie Vaseline und Lippenpflegeprodukte sind Untersuchungen der Stiftung Warentest zufolge unerwartet hoch mit kritischen Stoffen...

E-Zigaretten: Frei von Tabak und doch nicht harmlos
Anlässlich des Weltnichtrauchertags haben Experten erneut eindringlich vor den Gefahren von E-Zigaretten gewarnt und klare gesetzliche...

GVK-Studienskandal: EMA bestätigt Ruhen der Zulassungen
Es bleibt dabei: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) will auch weiterhin die Zulassung zahlreicher Generika aufgrund mangelhafter...

Antibiotika: WHO einigt sich auf Aktionsplan
Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich nach langen Debatten am Pfingstmontag auf einen globalen Aktionsplan...

Zootiere: Von Alters-Wehwehchen und Wunderlichkeiten
Arthrose, Bandscheibenschäden, Zahnprobleme, grauer Star: Tiere bekommen im Alter häufig ähnliche Beschwerden wie Menschen. «Manche werden...

Deutsche verwirrt von medizinischen Angeboten
Viele Menschen in Deutschland sind nach Ansicht der AOK überfordert, zwischen nötigen und überflüssigen medizinischen Angeboten zu...

WHO bekommt Notfonds für Krisensituationen
Als Lehre aus der Ebola-Epidemie mit mehr als 11.000 Toten bekommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Notfonds zur raschen...

Allergien: Ambrosia expandiert rasant
Die starke Allergien auslösende Pflanze Ambrosia artemisiifolia breitet sich in Europa rasant aus. Ihre Expansion hängt vor allem von zwei...

Bayer schafft neue Arbeitsplätze am Stammsitz
Der Bayer-Konzern baut sein Pharmageschäft an Rhein und Ruhr aus. «Wir schaffen derzeit rund 500 neue Arbeitsplätze in Wuppertal-Elberfeld...

EMA: Hohe Ibuprofen-Dosen gefährden das Herz
Patienten mit bestehenden ernsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und solche, die kürzlich einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben,...

Cholesterol: Mittel mit neuem Mechanismus überzeugt
Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelagentur EMA hat sich für die Marktzulassung des Cholesterol-Senkers...

Krebs: Zulassungsempfehlungen für drei Immuntherapien
Drei Immuntherapien zur Behandlung unterschiedlicher Krebsarten haben vom Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen...

Diabetes: Endoskopisches Verfahren zur Blutzuckersenkung
Ein endoskopisches Verfahren, bei dem die Schleimhaut im Zwölffingerdarm verschorft wird, befindet sich zurzeit in der klinischen Erprobung...

Noch mehr Meldungen...