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Blick ins Blut: Mikro-RNA als Krankheits-Marker













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Blick ins Blut: Mikro-RNA als Krankheits-Marker
 


Viele Krebserkrankungen werden oft erst erkannt, wenn es schon fast zu spät ist. Ein neuer Bluttest könnte das schon in naher Zukunft ändern. Fast 50 deutsche Forscher haben bestimmte Moleküle im Blut von Patienten entdeckt, die deutlich auf schwere Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS), Bauchspeicheldrüsenkrebs oder chronische Lungenerkrankungen hinwiesen. Für 14 bislang teils schwer erkennbare Krankheiten konnten die Mediziner so ein Blutprofil erstellen. «Das ist eine wichtige Grundlagenforschung, die schon in wenigen Jahren für Risikopatienten sehr wichtig sein könnte», sagte Jörg Wischhusen von der Frauenklinik der Universität Würzburg.

Im Blut gibt es mehr als 1400 Mikro-Ribonukleinsäuren (Mikro-RNA). Diese regulieren die Genaktivität. Die im Blut ausgelesenen Werte dieser Moleküle ergeben ein bestimmtes Profil: Wenn beispielsweise der Spiegel von RNA 128 steige «und RNA 310 dafür fast nicht im Blut zu finden ist, dann liegt eine bestimmte Erkrankungen vor», sagte Wischhusen. Im Rahmen der Studie haben die Forscher herausgefunden, dass etwa 100 Mikro-RNA Aufschluss über bestimmte Krankheiten geben. Die Entdeckung dieser Marker und die darauf aufgebauten Blutprofile für schwere Krankheiten gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der Untersuchung.

Die Ergebnisse der Tests mit rund 700 Probanden hat das Magazin «Nature Methods» online veröffentlicht. Mittelfristiges Ziel der Wissenschaftler ist es, mit einem einzigen Test mehrere Krankheiten zuverlässig diagnostizieren zu können. Doch trotz der positiven Studienergebnisse könne das noch mehrere Jahre dauern. «Da ist noch viel Arbeit, viel Geld und einiges an Untersuchungen notwendig, bis tatsächlich ein marktreifes Produkt die Zulassung erhält», sagte Wischhusen.

07.09.2011 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Steiner (Symbolbild)
 

 

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