Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

Zwangsabschlag 2010: Schiedsstelle sagt 1,75

NACHRICHTEN

 
Zwangsabschlag 2010: Schiedsstelle sagt 1,75
 


Die Schiedsstelle hat den Apothekenabschlag für 2010 festgelegt: er beträgt 1,75 Euro pro Arzneimittelpackung, die zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgegeben wird. Dem Deutschen Apothekerverband (DAV) ist dies zu hoch. Der Mehraufwand in den Apotheken sei nicht ausreichend berücksichtigt, kritisiert DAV-Vorsitzender Fritz Becker. Lohnsteigerungen und Inflation sowie der Mehraufwand ließen die Kosten steigen. Und damit nicht genug. Becker: «In Zeiten der Rabattverträge müssen die Apotheken immer mehr Leistungen erbringen. Der Beschluss der Schiedsstelle ist enttäuschend, weil zusätzlicher Beratungsaufwand und steigende Sachkosten zu einem geringeren Zwangsrabatt hätten führen müssen.»

Nachdem sich der DAV und der GKV-Spitzenverband auch für 2010 nicht auf die Höhe des Zwangsabschlages hatten einigen können, musste laut Gesetz ein Schiedsstellenverfahren unter Beteiligung von DAV, GKV-Spitzenverband und drei unparteiischen Mitgliedern eingeleitet werden. Mit dem Betrag von 1,75 Euro hat das Verfahren dasselbe Ergebnis wie 2009. Dieser ist jedoch noch nicht rechtskräftig, weil der GKV-Spitzenverband gegen die Entscheidung geklagt hatte. Nachdem er beim Sozialgericht Berlin Recht bekommen hatte, muss nun das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg diese Entscheidung überprüfen. Für 2010 ist dasselbe Prozedere denkbar. Insgesamt gewähren die Apotheker über den Zwangsabschlag den Krankenkassen mehr als zwei Milliarden Euro Rabatt. Für 2011 und 2012 hatte der Gesetzgeber 2,05 Euro gesetzlich festgesetzt; ab 2013 wird über den Abschlag wieder verhandelt.

DAV-Chef Becker erneuerte seine Forderung, die im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) festgeschriebene zusätzliche Belastung der Apotheker vorzeitig einzustellen: «Die Apotheken schultern in diesem Jahr weit höhere Belastungen als politisch mit dem AMNOG gewollt», sagte Becker mit Blick auf 2011. Der Großhandel reiche den ihm zugedachten Sparbeitrag vollständig an die Apotheker weiter. Für 2012 müsse der Abschlag der Apotheker deshalb wieder gesenkt werden. (dr)

07.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Cervo
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Rheuma-Medikament mit neuem Wirkstoff zugelassen

Lilly hat die EU-Zulassung für den Kinasehemmer Baricitinib (Olumiant®) erhalten. Zum Einsatz kommen soll der neue Arzneistoff...



Rx-Versandverbot: ABDA lehnt SPD-Vorschlag ab

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände lehnt den SPD-Kompromissvorschlag zum



Blinddarmentzündung: Antibiotika statt OP für Kinder

Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) bei Kindern gilt die operative Entfernung des Wurmfortsatzes als Goldstandard. Vermutlich...



Metaanalyse: Vitamin D zum Schutz vor Erkältung

Die regelmäßige Einnahme von Vitamin D senkt das Risiko, an einer Infektion der oberen Atemwege zu erkranken, um 12 Prozent. Das ergab eine...

 
 

Buparlisib: Neue Hoffnung bei Kopf-Hals-Tumoren
Der neue Kinasehemmer Buparlisib kann in Kombination mit dem Zytostatikum Paclitaxel bei Patienten mit rezidiviertem Kopf-Hals-Tumor das...

Digitalisierung in der Apotheke: Einfach anfangen
Die öffentlichen Apotheken gehören in der Regel nicht zur Speerspitze der digitalen Revolution. Joss Hertle, Geschäftsführender...

Qualitätssicherung: Apotheker prüfen täglich Medikamente
Präsenzapotheken sind ein wichtiger Baustein bei der Qualitätssicherung von Arzneimitteln. Darauf macht heute die ABDA – Bundesvereinigung...

Rx-Versandverbot: SPD schlägt Kompromiss vor
Versandapotheken und niedergelassene Apotheken sollen gleich behandelt werden. Dafür haben sich gestern die Gesundheitspolitiker Sabine...

Formicamycine: Neue Antibiotika aus Ameisen
Eine baumbewohnende Ameise aus Kenia hat es über Nacht zur Berühmtheit gebracht: Tetraponera penzigi. Diesen Namen sollte man sich merken,...

Wirbel um Übernahme: Stada bestätigt dritten Interessenten
Beim Pharmakonzern Stada nimmt der von einigen Experten erwartete «Bieterkrieg» an Fahrt auf. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstagabend...

Schönheitsformel: Gibt es den idealen Mund?
US-amerikanische Forscher haben nach eigenen Angaben eine Formel für den ästhetisch «perfekten» Mund gefunden, zumindest für weiße Frauen....

Risikogene: Es ist kompliziert
Viele genetische Variationen, die das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) erhöhen, sind auch mit einem gesteigerten Risiko für...

Hilfsmittelversorgung: Bessere Qualität, mehr Transparenz
Patienten sollen künftig bei der Heil- und Hilfsmittelversorgung mit einer besseren Qualität der Produkte sowie mit mehr Service und...

Fremdbesitz: Auch für Kooperationen eine Herausforderung
Wird der Fremdbesitz von Apotheken in Deutschland erlaubt, werde es eine mehrjährige Konsolidierungsphase geben, sagte Professor Dr. Ralf...

Glaeske: Zu viele schlechte Apotheker
Der Pharmazeut und Gesundheitsexperte Professor Gerd Glaeske (Foto) ist mit der Performance seiner Kollegen nicht zufrieden. «30 Prozent...

USA: Verkeimtes Cannabis gefährdet Patienten
Medizinisches Marihuana aus den USA ist häufig mit Bakterien und Pilzen kontaminiert, die für Patienten mit geschwächtem Immunsystem...

USA: Neuer Antikörper gegen Schuppenflechte zugelassen
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat mit Brodalumab (SiliqTM) einen neuen monoklonalen Antikörper zur Therapie der moderaten bis...

Lebendimpfstoff gegen Malaria: Die Plasmodien-Challenge
Einen Lebendimpfstoff der besonderen Art haben Tübinger Forscher erstmals an Menschen getestet: Sie verabreichten eine Vakzine mit...

Rezepturverordnung: Missverständnisse ausräumen
Beim Thema Rezeptur haben Apotheker und Arzt ein gemeinsames Ziel: Der Patient soll mit einem wirksamen und qualitativ hochwertigen...

IGeL-Leistungen: Oft nutzlos oder schädlich
Patienten sollen hierzulande zu viele unnötige Untersuchungen beim Arzt selbst bezahlen. Darauf haben die Macher des IGeL-Monitors heute...

Podiumsdiskussion: Digitalisierung braucht Mut
Neben weniger Bürokratie und stärkerer digitaler Vernetzung muss der Patient in Zukunft wieder deutlicher im Mittelpunkt des deutschen...

Ernährung: Vollkorn verschiebt Kalorienbilanz
Wer von Weißmehl- auf Vollkornprodukte umsteigt, erhöht damit seinen täglichen Kalorienverbrauch um knapp 100 kcal, ohne sich mehr zu...

Vorbildfunktion: Eltern beeinflussen Alkoholkonsum der Kinder
Der Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen hängt stark vom Trinkverhalten der Eltern ab. Darüber berichtet die DAK-Gesundheit...

EuGH-Urteil im Implantat-Skandal: TÜV und Frauen zufrieden
Im Skandal um reißanfällige Brustimplantate sinken die Chancen der Frauen, Schmerzensgeld vom TÜV Rheinland zu bekommen. Der Europäische...

Weleda: Umsatz auf Vorjahresniveau
Die steigende Nachfrage nach Naturkosmetika hat Weleda vor einem Umsatzeinbruch bewahrt. Während sich das Geschäft mit Arzneimitteln 2016...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU