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Beratung gefragt: Trotz Rheumas auf Fernreise













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Beratung gefragt: Trotz Rheumas auf Fernreise
 


Patienten mit rheumatischen Erkrankungen dürfen nahezu unbegrenzt reisen. Allerdings haben sie ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Fernreisen und brauchen vorab eine gute Beratung. Reisen in exotische Länder sollten sie am besten in der Remissionsphase unternehmen, sagte Professor Dr. Hans-Dieter Nothdurft bei einem Symposium beim 39. Rheumatologenkongress in München.

Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Erkrankungen wie Tuberkulose, Malaria, Shigellosen, Salmonellosen, Ruhr und Amöbiasis könnten zudem deutlich schwerer verlaufen, berichtete der Münchner Tropenmediziner. Auch opportunististische Infektionen wie Leishmaniosen, Toxoplasmose oder Cytomegalievirus-Infekte kämen unter Immunsuppression häufiger vor. Infolge von Dehydratation, zum Beispiel durch Diarrhöen, könne der Blutspiegel der Immunsuppressiva und deren Nephrotoxizität ansteigen. Bei starkem Erbrechen sei die Resorption peroral applizierter Arzneistoffe gefährdet. Daher sei es für die Patienten besonders wichtig, die allgemeinen Hygieneregeln zur Ernährung und zum Schutz vor Mückenstichen zu beachten. Hautschutz sei ebenfalls wichtig, da schon kleine Verletzungen, zum Beispiel beim Barfußlaufen, Eintrittspforte für Keime sein können.

«Totimpfstoffe sind unbedenklich für immundefiziente Menschen, aber die Immunantwort kann vermindert sein», sagte Nothdurft. Lebendimpfstoffe seien kontraindiziert. Sie dürfen frühestens drei Monate nach Absetzen des Immunsuppressivums gespritzt werden. «Dies gilt auch für niedrig dosiertes Methotrexat und Leflunomid.» Hat der Patient länger als 14 Tage hoch dosierte Glucocorticoide eingenommen, sei eine Lebendimpfung frühestens nach einem Monat erlaubt. War die Einnahmezeit kürzer, darf die Impfung laut Nothdruft gleich nach dem Absetzen gegeben werden. (bmg)

02.09.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Alexander
 

 

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