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SRU: Nanomaterialien auf den Prüfstand

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SRU: Nanomaterialien auf den Prüfstand
 


Nanopartikel sollen Textilien vor Bakterien schützen, Medikamente verträglicher machen und Ketchup besser fließen lassen. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat nun die Bundesregierung in einem heute vorgelegten Gutachten aufgefordert, die Risiken besser untersuchen zu lassen und gegebenenfalls Gesetze und Auflagen nachzujustieren. Die Folgen der Mini-Chemikalien für Mensch und Umwelt seien bisher unzureichend untersucht worden, argumentiert das Beratergremium der Bundesregierung in Umweltfragen. Behörden und Verbraucher wüssten oft nicht, welche Nanomaterialen verwendet werden. Das Stoff- und das Produktrecht seien teilweise noch so formuliert, dass erst der Gefahrennachweis staatliche Eingriffe rechtfertige.

Die Toxikologin Heidi Foth sagte, dass Risiken nicht pauschal bewertet werden dürften. «Manche Materialien sind nach heutigem Kenntnisstand unbedenklich, bei anderen besteht ein Risikopotenzial.» Bedenken sieht der SRU etwa bei der Verwendung von Nanomaterialien in Sprays und bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von Kohlenstoff-Nanoröhren, die im Verdacht stünden, krebserregend zu sein.

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) betonte: «Wir sind in Deutschland ganz vorne bei der Entwicklung der Nanotechnologie, mit mehr als 900 Betrieben und mehr als 60 000 Arbeitsplätzen.» Aber sie würden von den Menschen nur akzeptiert, «wenn ihre Risiken bekannt und auf ein vertretbares Maß reduziert sind». Er kündigte an, darüber in Deutschland und auf EU-Ebene den Dialog dazu weiter zu fördern.

01.09.2011 l dpa
Foto: Fotolia/Boyes
 

 

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