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Arzneimittel: Mit Securpharm gegen Fälschungen












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Arzneimittel: Mit Securpharm gegen Fälschungen
 


Zur Abwehr von gefälschten Arzneimitteln haben sich die Apotheker, die Arzneimittelhersteller und die Pharmagroßhändler zu der Initiative Securpharm zusammengeschlossen. Sie entwickeln ein Sicherheitssystem, das Arzneimittelfälschungen in der legalen Vertriebskette in den Apotheken auffliegen lässt. Der designierte Geschäftsführer von Securpharm, Dr. Reinhard Hoferichter, sagte heute in Berlin, dass 2013 ein Pilotversuch starten soll, um das System zu testen. Dabei statten mehrere Hersteller die Packungen ausgewählter rezeptpflichtiger Arzneimittel mit einem Data-Matrix-Code (Foto) aus, wie er bei Bahntickets gängig ist. Der Code enthält eine individuelle Seriennummer, die in einer Datenbank gespeichert wird. Die am Pilotversuch teilnehmenden Apotheken werden mit Data-Matrix-Scannern ausgestattet, mit denen der Code gelesen werden kann. Der Apotheker scannt den Code auf der Packung. Die Seriennummer wird abgefragt: Ist sie beim Hersteller unbekannt oder schon einmal abgegeben worden, wird der Apotheker gewarnt. Die Packung darf nicht verkauft werden, denn sie ist möglicherweise gefälscht.

Der Datenschutz soll sichergestellt werden. Weder bekommt die Industrie Zugang zu Patientendaten, noch die Apotheke Zugang zu Industriedaten, die sie bisher noch nicht hatte, sagte Hoferichter. Die Initiative Securpharm soll helfen, die EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen in deutsches Recht umzusetzen, die im Juli in Kraft getreten ist. Beteiligt sind die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Pro Generika, der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA) und der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro).

Die Technologie für die Sicherheitsmerkmale zur Überprüfung der Echtheit des Arzneimittels und zur Identifizierung einzelner Packungen muss allerdings noch entwickelt werden. Wie sie genau aussehen soll, wird in sogenannten Delegierten-Rechtsakten der EU-Kommission geregelt, die die EU-Richtlinie präzisieren. Das wird noch zwei bis drei Jahre dauern. Mit der Umsetzung in den Apotheken ist nicht vor 2016 zu rechnen.

Auf die Apotheker kommen für die technische Umrüstung Kosten zwischen 1000 und 1500 Euro pro Apotheke zu, sagte der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbands und Mitglied des ABDA-Vorstands, Dr. Peter Homann. Den Großteil der Kosten muss die Industrie schultern. Hoferichter schätzt, dass sechsstellige Beträge für die Umrüstung jeder Fertigungsstraße auf den Data-Matrix-Code fällig werden. (ug)

01.09.2011 l PZ
Foto: IFA
 

 

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