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ADHS: Amphetamine lindern Symptome

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ADHS: Amphetamine lindern Symptome
 


Der zeitlich eng begrenzte Gebrauch von Amphetaminen kann bei Erwachsenen mit ADHS die Symptome mindern. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Cochrane-Metaanalyse von sieben Studien mit insgesamt 1091 Patienten.

Die erwachsenen Patienten mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erhielten in der Verumgruppe entweder Dextroamphetamin, Lisdexamphetamin (L-Lysin-D-Amphetamin) oder gemischte Amphetaminsalze. Die Vergleichsgruppe bekam entweder Placebo oder Medikamente wie das Narkoleptikum Modafinil, den Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Paroxetin oder das in Deutschland nicht zugelassene Antihypertonikum Guanfacin, einen Agonisten am adrenergen α2A-Rezeptor. Alle Präparate verbesserten gleichermaßen die Symptome. Dabei beobachteten die Wissenschaftler zwischen den Amphetaminen und anderen Wirkstoffgruppen keinen Unterschied.

Hohe Dosen Amphetamine schnitten nicht besser ab als niedrige. Auch zwischen schnell freisetzenden und retardierten Formulierungen fanden die Wissenschaftler um Xavier Castells von der Universität Girona in Spanien keine Unterschiede.

Trotz Nebenwirkungen brachen nur 9 Prozent der mit Amphetaminen behandelten Patienten die Therapie frühzeitig ab. Im Gegensatz zu Dextroamphetamin und Lisdexamphetamin verlängerten gemischte Amphetaminsalze die Therapietreue. Die Studien dauerten allerdings nur zwei bis sieben Wochen. Daher sind keine Aussagen über die Effektivität und Sicherheit bei einer längeren Anwendung möglich. Die Forscher fürchten zudem eine günstigere Bewertung der Amphetamine, da Patienten in der Regel bemerken, ob sie Amphetamine bekommen oder andere Stoffe.

ADHS tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf, kann sich aber bei bis zur Hälfte der Betroffenen bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Begleitsymptome einer unbehandelten ADHS sind Stimmungsschwankungen und Suchtmittelmissbrauch. Zwar gelten Amphetamine selbst als Suchtmittel, sie beeinflussen jedoch die typischen ADHS-Symptome positiv. (db)

doi: 10.1002/14651858.CD007813.pub2

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16.06.2011 l PZ
Foto: Fotolia/N Media
 

 

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