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Grippale Infekte: Komplexhomöopathikum bewährt sich in Anwendungsbeobachtung

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Grippale Infekte

Komplexhomöopathikum bewährt sich in Anwendungsbeobachtung


Von Andrea Kergl / Bei grippalen Infekten greifen viele Betroffene gerne zu einer schonenden ganzheitlichen Therapie. Die aktuellen Leitlinien sowie die Studienlage geben ihnen dabei recht. Die Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung bei Erwachsenen konnten eine deutliche Besserung der Leitsymptome unter Therapie mit Meditonsin® zeigen.

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Im Durchschnitt erkrankt jeder Erwachsene zwei- bis dreimal im Jahr an einem grippalen Infekt. Bei diesen akuten Atemwegsinfektionen führt der Kontakt mit pathogenen Erregern sehr schnell zu einer akuten Entzündung der betroffenen Schleimhäute in Hals, Nase und Rachen.




Bei grippalen Infekten immer gewünscht: Schnelle Besserung der Symptome – am besten mit einer wirksamen, dabei möglichst verträglichen Therapie.

Foto: Nicolas Bets


Dabei beruht die Erkrankung in 95 Prozent der Fälle auf einer viralen Infektion (1-4 ), eine antibakterielle Therapie ist daher meist nicht indiziert. Die Viren schädigen die Epithelschicht der Atemwege, lösen dort eine Entzündung aus und steigern die Empfindlichkeit der Zellen. Die Inkubationszeit vom Kontakt mit dem infektiösen Erreger bis zum Beginn der typischen Erkältungssymptome liegt zwischen 24 und 72 Stunden (4). Die Entzündung der Rachenschleimhaut bestimmt dabei den ersten Tag und verlagert sich dann Richtung Nase. Der Husten beginnt oft erst ab dem fünften Tag.

 

Ein unbehandelter grippaler Infekt dauert in der Regel sieben bis zehn Tage (5), bei einem Viertel der Patienten zieht er sich jedoch auch über 14 Tage hin (4). Für eine akute Rhinosinusitis ist eine mögliche Symptomatik bis zu acht Wochen angegeben (6). Damit nicht Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder Halsschmerzen zu Dauerbeschwerden werden, sollte frühzeitig und konsequent behandelt werden.

 

Material und Methoden

 

Im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Meditonsin® bei Erwachsenen und Senioren mit akuten Entzündungen der oberen Atemwege untersucht.


PZ-Originalia . . .

In der Rubrik Originalia werden wissen­schaftliche Untersuchungen und Studien veröffentlicht. Eingereichte Beiträge sollten in der Regel den Umfang von vier Druckseiten nicht überschreiten und per E-Mail geschickt werden. Die PZ behält sich vor, eingereichte Manuskripte abzulehnen. Die veröffentlichten Beiträge geben nicht grundsätzlich die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Die Untersuchung wurde in allgemeinmedizinischen und internistischen Praxen des Bundesgebietes durchgeführt und entspricht § 67 Abs. 6 des Arzneimittelgesetzes sowie den Anforderungen des BfArM zur Planung und Durchführung von Anwendungsbeobachtungen (7). Den Rahmenbedingungen einer Anwendungsbeobachtung entsprechend wurden keine Vorgaben zu Art und Dauer der Therapie und zum Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung gemacht. Die Prüfärzte waren angehalten, Patienten in die Studie aufzunehmen, die aufgrund akuter Entzündungen des Hals-, Nasen- und Rachenraumes gemäß ärztlicher Therapieentscheidung mit dem Prüfpräparat behandelt werden sollten. Die Beobachtungsdauer entsprach der Therapiedauer, sollte jedoch sieben Tage nicht überschreiten. Die Auswahl der Begleitmedikation stand den Ärzten sowie den Patienten frei, Art und Umfang wurden jedoch dokumentiert. Die Diagnose, die Intensität der Beschwerden sowie die Therapieempfehlung wurden vom behandelnden Arzt in der Aufnahme- sowie Abschlussuntersuchung in standardisierten Dokumentationsbögen festgehalten. Darüber hinaus konnte jeder Patient den Krankheitsverlauf in einem Patiententagebuch dokumentieren. Hier wurden die Patienten gebeten, einzelne Beschwerden anhand einer visuellen Analogskala (VAS-Skala) sowohl vor als auch nach Beendigung der Therapie zu beurteilen. Der angegebene Wert wurde mittels einer Skala von 0 (keine Beschwerden) bis 10 (sehr starke Beschwerden) quantifiziert.

 

Zur statistischen Auswertung lagen Daten von 928 erwachsenen Patienten aus 95 Zentren vor. Für die Auswertung kamen deskriptive Verfahren zur Anwendung. Als Datenquellen standen die ausgefüllten Bögen der Aufnahme- und Abschlussuntersuchung sowie die Tagebücher der Patienten zur Verfügung. Die Begleitmedikation wurde entsprechend WHO-ATC zusammengefasst und Vorerkrankungen sowie Nebenwirkungen wurden entsprechend MedDRA Version 13.0 codiert.

 

Studienverlauf

 

Von den teilnehmenden 928 Patienten erschienen 83 Prozent persönlich wieder zur Abschlussuntersuchung in der Arztpraxis. Außerdem konnten von 119 Patienten die fehlenden Daten der Abschlussuntersuchung aufgrund vorliegender Tagebucheintragungen ergänzt werden. Zum Ende der Studie lagen insgesamt 704 Patiententagebücher zur Auswertung vor.

 

Es konnten die Daten aller Patienten für die statistische Auswertung berücksichtigt werden, davon 63 Prozent Frauen und 37 Prozent Männer teil. Das Alter der Teilnehmer lag im Durchschnitt bei 45 Jahren, wobei der Anteil der Senioren ab 60 Jahren 22 Prozent betrug und der älteste Teilnehmer 96 Jahre alt war. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer gaben an, das Komplexhomöopathikum das erste Mal anzuwenden, und 92 Prozent der Patienten, die mit diesem bereits vertraut waren, beurteilten den bisherigen Erfolg mit »sehr gut« (41 Prozent) und »gut« (51 Prozent). Außerdem gaben über 60 Prozent der Studienteilnehmer an, im letzten Jahr zwei- bis dreimal unter Entzündungen der oberen Atemwege zu leiden, 17 Prozent sogar noch häufiger.

 

Relevante Grunderkrankungen wurden von 207 Patienten erfasst. Dabei wurden Hypertonie (30 Prozent), Asthma und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (20 Prozent) sowie jahreszeitbedingte Allergien (7 Prozent) am häufigsten genannt. Eine Arzneimittelunverträglichkeit wurde bei 5 Prozent der Patienten angegeben, wobei am häufigsten Phenoxymethylpenicillin mit 58 Prozent, gefolgt von Amoxicillin und Acetylsalicylsäure mit jeweils 11 Prozent, als Auslöser genannt wurden. Bei den Angaben zur ärztlichen Diagnose wurden bei 85 Prozent der Patienten eine bis drei Angaben gemacht. Die häufigsten Nennungen sind in Abbildung 1 dargestellt.




Abbildung 1: Häufigkeit der ärztlichen Diagnose (Mehrfachnennung möglich)


Ein Lungenbefund wurde bei 816 Patienten erhoben und in 9,5 Prozent der Fälle als pathologisch beurteilt. Die durchschnittliche Dauer der Erkrankung lag bei der Aufnahmeuntersuchung bei 1,6 Tagen.

 

Therapie

 

Eine Dosierung gemäß Fachinforma­tion wurde bei 87 Prozent der Patienten empfohlen, welche auch von nahezu allen Patienten (96 Prozent) eingehalten wurde. Dies zeigt sich auch in der Beurteilung der Compliance, die vom Arzt mit 71 Prozent als »sehr gut« und 26 Prozent als »gut« angegeben wurde. Als die häufigsten Gründe für die Beendigung einer Therapie wurden Symptomfreiheit (88 Prozent) beziehungsweise Besserung der Beschwerden (3 Prozent) genannt. Die erfasste Einnahmedauer lag im Mittel bei 5,5 Tagen, wobei die maximal dokumentierte Behandlungsdauer bei 30 Tagen lag. Bei 739 Patienten wurde mindestens eine Begleitmedikation verordnet, am häufigsten wurden Schleimlöser, Nasenspray sowie Fieber-/Schmerzmittel genannt wurden. Die Verordnung eines Antibiotikums lag mit fast 17 Prozent an vierter Stelle.

 

Besserung der Leitsymptome

 

Der Schweregrad der Erkrankung wurde bei 782 Patienten sowohl bei der Aufnahmeuntersuchung als auch bei der Abschlussuntersuchung durch den Arzt erfasst und in die Kategorien »nicht vorhanden«, »leicht«, »mittel« oder »stark« eingeteilt. Zu Beginn der Untersuchung wurde die Erkrankung in 10 Prozent der Fälle als »leicht«, in 64 Prozent als »mittel« und in 25 Prozent als »stark« beurteilt. Am Ende der Behandlung gaben 95 Prozent der Patienten die Intensität der Erkrankung als »nicht vorhanden« (54 Prozent) beziehungsweise nur noch »leicht« (41 Prozent) an. Entsprechend wurde auch der Schweregrad folgender Leitsymptome beurteilt:

 

Rötung im Rachen
Schwellung im Rachen
Schwellung der Nasenschleimhaut
Husten
erhöhte Temperatur/Fieber
Eiterstippchen

 

Die Veränderungen der drei am häufigsten angegebenen Leitsymptome sind in Abbildung 2 dargestellt.




Abbildung 2: Besserung der Leitsymptome


Patientenurteil

 

Bei der Auswertung der Patiententagebücher zeigte sich ebenfalls ein deutlicher Rückgang der Beschwerden. Die medianen Schweregrade vor und nach Therapiebeginn sind in Abbildung 3 dargestellt. Der Rückgang der Symptomatik lag dabei im Mittel bei über 92 Prozent.




Abbildung 3: Patienten beurteilen die Besserung ihrer Symptome


Wirksamkeit und Verträglichkeit

 

Die Sicherheit und Verträglichkeit der Therapie wurde von den Ärzten als auch vom Patienten in 99 Prozent der Fälle als »sehr gut« bis »gut« beurteilt. Auch die Wirksamkeit wurde sowohl vom Arzt als auch vom Patienten in über 90 Prozent der Fälle mit »sehr gut« und »gut« beurteilt. Die Beurteilung der Ärzte sowie der Patienten sind in Abbildungen 4 und 5 dargestellt.




Abbildung 4: Beurteilung der Wirksamkeit


Diskussion

 

Die Behandlung eines grippalen Infekts mit einem Antibiotikum ist bei einem immunkompetenten Patienten in den meisten Fällen nicht erforderlich und sogar eher kontraproduktiv. Die körpereigene Immun­antwort wird unterdrückt und unnötige Neben- oder Wechselwirkungen, wie gas­trointestinale Beschwerden, Pilzinfektionen oder Allergien, können provoziert werden. Die Verordnung von Antibiotika bei unkompliziert verlaufenden grippalen Infekten wird daher schon seit Längerem von Fachleuten als nicht sinnvoll erachtet, was sich auch in den aktuellen Therapieleitlinien widerspiegelt (6-8). Antibiotika verkürzen hier weder die Dauer der Erkrankung noch tragen sie dazu bei, die Symptome nachhaltig zu lindern (9-10).

 

Trotz dieser Erkenntnisse ist der Anteil der Antibiotikaverordnungen immer noch zu hoch (11). Daher ist es von größter Wichtigkeit, dem Erkrankten alternative Behandlungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit nachgewiesen ist. Ein Präparat, das sich hier seit Jahrzehnten bewährt hat, ist Meditonsin.




Abbildung 5: Beurteilung der Verträglichkeit

Alle Abbildungen: Medice



Zusammenfassung

 

Die vorliegende Untersuchung bei Erwachsenen und Senioren verfolgte das Ziel, Erkenntnisse über die Besserung der für einen grippalen Infekt typischen Leitsymptome zu erhalten.

 

Die Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden: An der Anwendungsbeobachtung in allgemeinmedizinischen und internistischen Praxen nahmen 928 erwachsene Patienten teil. Die in dem Präparat enthaltenen homöopathischen Zubereitungen aus der Tollkirsche (Atropinum sulfuricum), dem Blauen Eisenhut (Aconitinum) sowie einem hochpotenten Salz (Mercurius cyanatus) konnten bei allen vom Arzt dokumentierten Symptomen, wie Entzündung und Schwellung in Rachen und Nase, Husten, erhöhter Temperatur sowie Eiterstippchen, eine deutliche Remission bewirken. Der Schwerpunkt lag dabei vor allem auf den entzündlichen Veränderungen der Schleimhäute. Die Ergebnisse aus dem Patiententagebuch zeigten, dass die unterschiedlichen Erkältungssymptome unter Meditonsin um durchschnittlich 92 Prozent zurückgingen. Auch in dieser Studie wurden sowohl die Verträglichkeit als auch die Wirksamkeit vom Arzt sowie den Patienten überwiegend als »sehr gut« bis »gut« bezeichnet.

 

Für das Komplexhomöopathikum Meditonsin liegen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder Daten vor, welche Wirksamkeit sowie Verträglichkeit belegen (12-13). Das Komplexhomöopathikum hat sich seit über 50 Jahren bewährt und zeigte sich auch in dieser Praxisstudie als wirksame Therapie für die unterschiedlichen Symptome eines grippalen Infekts. /


Literatur

  1. Adam D, Ferlinz R, Frei R, et al.: Antibakterielle Therapie bei infektiösen Bronchialerkrankungen. Empfehlungen der Deutschen Liga zur Bekämpfung von Atemwegserkrankungen. MMW Münch Med Wochenschr 1991; 133 (19): 308-312.
  2. Mühlendahl KE et al.: Vergiftungen im Kindesalter. Enke Verlag Stuttgart 1995; 3. Auflage:196-197
  3. Schröder H et. Al.: Antibiotika: Solange sie noch wirken. GGW 02/2003 (April) 3. Jg.
  4. Seifart C: Banale Atemwegsinfekte symptomatisch behandeln. PZ online Ausgabe 42/2007
  5. Gerber MA: Diagnosis of group A streptococcal pharingitis. Pediatr Ann 1998; 27: 269-273
  6. DEGAM Leitlinie Nr. 10: Rhinosinusitis; Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Düsseldorf; Februar 2008; AWMF Register Nr. 053/012
  7. Empfehlung des BfArM und des PEI zur Planung, Durchführung und Auswertung von Anwendungsbeobachtungen; 7. Juli 2010
  8. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie; Stand 11/2008; AWMF Register Nr. 017/066
  9. Arroll B, Kenealy T: Antibiotics for the common cold and acute purulent rhinitis. Cochrane Database Syst Rev 2005 (3): CD000247
  10. Fahey T, Stocks N, Thomas T: Systematic review of the treatment of upper respira­tory tract infection. Arch Dis Child 1998; 79: 225-230
  11. Jeschke E, Lüke C, Ostermann T, Tabali M, Hübner J, Matthes H: Verordnungsverhalten antroposophisch orientierter Ärzte bei akuten Infektionen der oberen Atemwege. Forschende Komplementärmedizin 2007; 17; 207-215
  12. Gnann A: Wirksame Therapie bei akuter Entzündung des Hals-, Nasen- und Rachenraumes. Kinder- und Jugendmedizin 05/2005
  13. Fischer R: Meditonsin® bei Kindern mit akuten Entzündungen des Hals-, Nasen- und Rachenraumes. päd (4) 1998


Anschrift der Verfasserin

Apothekerin Andrea Kergl, Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Kuhloweg 37, 58638 Iserlohn


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Beitrag erschienen in Ausgabe 14/2011

 

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