32 Dermatika

 Imiquimod Aldara® Creme ( 3M Medica )


Imiquimod ist ein Imidazo-Chinolin-Derivat, das zugelassen wurde zur Behandlung äußerlicher Feigwarzen (Condylomata acuminata), die durch humane Papillomviren verursacht werden. Die Viren werden meistens durch sexuelle Kontakte übertragen und durch feuchtes Klima oder Hautschäden begünstigt.
Die anfangs stecknadelkopfgroßen Knötchen können sich zu größeren Wucherungen entwickeln und unter Umständen maligne entarten. Bisher standen bei der Therapie chirurgische Maßnahmen im Vordergrund. Daneben wurde äußerlich Podophyllotoxin angewendet und Interferon sowohl lokal als auch systemisch verabreicht. Imiquimod wirkt nicht direkt antiviral sondern zeigt immunmodulierende Wirkung. Seine antivirale Wirkung wird auf eine durch Cytokin induzierte Aktivierung des Immunsystems zurückgeführt. Der genaue Mechanismus ist unbekannt. Es wird angenommen, daß Imiquimod an den Oberflächenrezeptoren der Zellen des Immunsystems wie Monozyten und Makrophagen bindet und die Phosphorylierung von des Transkriptionsfaktors NF kappa B (kappa-Gene Enhancer Bindung Protein) und von Faktoren für die Transkription des IFN über die Aktivierung der Tyrosinkinase und der Proteinkinase C stimuliert. Auf diese Weise wird die Synthese von IFN, TNF, IL-1, IL-6 und IL-8 induziert. In einer placebokontrollierten Studie konnte die Wirksamkeit der fünfprozentigen Creme belegt werden. Innerhalb von 16 Wochen verschwanden bei 50 Prozent der Verumgruppe die Warzen vollständig, in der Placebogruppe nur bei 11 Prozent. Frauen schienen besser anzusprechen als Männer. Vergleichstudien gegen Podophphyllotoxin liegen bisher nicht vor. 
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