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Allergische Rhinitis: Beclometason für die Nase

PHARMAZIE

 
Allergische Rhinitis

Beclometason für die Nase


Von Elke Wolf, Frankfurt am Main / Die Allergiesaison hat längst begonnen. Derzeit sind es die Pollen von Erle und Hasel, die für die typischen Heuschnupfen-Symptome sorgen. Nasale Glucocorticoide wie Beclometason dämpfen Beschwerden und die Ausbreitung der Entzündung.

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Die Therapie der allergischen Rhinitis ist abhängig von der Dauer und dem Schweregrad der Beschwerden. Beeinträchtigen Niesreiz, Juckreiz, laufende und/oder verstopfte Nase mäßig bis stark den Alltag und die Nächte, sind nach der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie nasale Glucocorticoide sowie Antihistaminika die erste Wahl.




Foto: Fotolia/Liv Friis-Larsen


Bei Beschwerden, die an mehr als vier Tagen pro Woche und häufiger als vier Wochen im Jahr Probleme machen, sieht Professor Dr. Ralph Mösges, Allergologe und HNO-Arzt an der Universität Köln, die topischen Steroide im Vorteil. »Nasale Glucocorticoide bekämpfen nicht nur zuverlässig die Symptome wie die Antihistaminika, sondern sie unterbinden zusätzlich den Teufelskreis der Entzündung, der sich ausbildet, wenn die allergische Rhinitis länger besteht«, sagte er bei einer Pressekonfe­renz der Firma Novartis Consumer Health in Frankfurt am Main.

 

In der Tat sieht man heute die aller­gische Rhinitis nicht mehr nur als eine histaminvermittelte Reaktion des Im­mun­systems. Vielmehr ist sie ein vielschichtiger überstei­gerter Entzündungsprozess, der sich, einmal in Gang gesetzt, selbstständig fortsetzt und die Symptomatik immer wieder anfacht. Besonders bei wiederholter Allergenprovokation sorgen in der Nasenmukosa verbleibende Entzündungsmarker dafür, dass immer geringere Pollenmengen in der Lage sind, eine allergische Reaktion auszulösen. Mösges: »Dieser Priming-Effekt macht die Nasenschleimhaut zunehmend empfindlicher.« Selbst auf unspezifische Reize wie kalte Luft oder Rauch reagiert sie dann mit Nies- oder Juckreiz. Eine frühe Intervention ist deshalb sinnvoll.

 

Entzündung möglichst früh stoppen

 

Mösges sprach sich dafür aus, bereits beim ersten Pollenflug topische Steroide in die Nase zu sprühen, da dann die Lebensqualität der Patienten durch den Heuschnupfen deutlich weniger beeinträchtigt werde. Würden sie bereits vor dem zu erwartenden Pollenflug eingesetzt, käme die Allergie erst gar nicht zum Ausbruch beziehungsweise ihre Symptome fielen deutlich geringer aus. Mösges: »Der frühzeitige Einsatz unterbricht den Teufelskreis der sich aufschaukelnden Entzündung beziehungsweise lässt ihn erst gar nicht entstehen.«

 

Der derzeit einzige rezeptfrei erhältliche Vertreter der nasalen Glucocorticoide ist Beclometason. Im Handel sind zum Beispiel Livocab® direkt mit Beclometason 0,05 %, ratioAllerg® Heuschnupfenspray und Rhinivict® nasal 0,05 mg. Voraussichtlich Anfang April wird zusätzlich das Dosierspray Otriven® Allergie Aktiv auf den Markt kommen.

 

Die Anwendung erfolgt in der Regel zweimal täglich. Apotheker sollten ihre Kunden im Beratungsgespräch darauf hinweisen, dass die Wirkung erst nach rund 24 Stunden einsetzt und die maximale Wirksamkeit erst nach drei bis fünf Tagen erreicht wird. Eine kontinuierliche Anwendung ist daher Voraussetzung für die Wirkung. Das Spray kann über mehrere Wochen angewendet werden. Sobald die Beschwerden abklingen, kann die Dosis reduziert werden. Nasale Steroide wirken nicht akut Schleimhaut-abschwellend. Wünscht der Patient einen Soforteffekt, können für die ersten Tage parallel nasale Antihistaminika empfohlen werden, rät Mösges.

 

Nasal verfügbare Glucocorticoide zeichnen sich durch ihre Lipophilie aus. Dadurch penetrieren sie gut in die Nasenschleimhaut, haben aber nur eine geringe systemische Bioverfügbarkeit. Das Risiko für systemische Nebenwirkungen wird so minimiert. Biopsien nach Langzeitanwendung zeugen zudem von intakten Schleimhautepithelien. / 


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Beitrag erschienen in Ausgabe 10/2011

 

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