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Forscher testen Universalimpfstoff gegen Grippe

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Forscher testen Universalimpfstoff gegen Grippe


Von Daniela Biermann / Ein Universalimpfstoff gegen Influenzaviren soll in Zukunft vor allen Varianten der humanen Grippeviren und einigen Vogelgrippeviren schützen.

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Die potenzielle Vakzine richtet sich gegen hoch konservierte Proteine im Inneren der Grippeviren statt wie bisherige Impfstoffe gegen die wandlungsfähigen Membranproteine auf der Virushülle. Der Vektor ist ein modifiziertes Pockenvirus, das die Influenza-Gene für Nucleoprotein und Matrixprotein 1 enthält. Die beiden Gene sind bei mehr als 90 Prozent der Influenza-A-Stämme identisch. Seit 2008 laufen am Jenner-Institut der Universität Oxford klinische Studien.


Über eine noch unveröffentlichte Studie berichtete jetzt die britische Zeitung »The Guardian«. 22 Freiwillige wurden demnach entweder mit der neuen oder einer herkömmlichen Vakzine geimpft, bevor sie mit Influenza-A-Viren vom Stamm H3N2 infiziert wurden. Die Probanden mit der experimentellen Vakzine hatten mehr und aktiviere zytotoxische T-Zellen als die Vergleichsgruppe. Außerdem zeigten sie weniger Symptome und erkrankten seltener.

 

In einer Dosisfindungsstudie konnten Dr. Sarah Gilbert und ihr Team vom Jenner-Institut im Fachjournal »Clinical Infectious Diseases« zeigen, dass die Impfung eine starke, relativ unspezifische T-Zellantwort hervorruft (doi: 10.1093/cid/ciq015). Die herkömmlichen Grippeimpfstoffe setzen dagegen vor allem auf Antikörperbildung. Diese sind jedoch spezifisch für bestimmte Stämme oder Mutanten und zirkulieren nur einige Monate bis wenige Jahre im Körper. Die Wissenschaftler hoffen, durch die T-Zellantwort einen universellen und lang anhaltenden Schutz provozieren zu können.

 

Ginge das Konzept auf, könnte die Vakzine zu einer Routineimpfung werden, die nicht jedes Jahr aufgefrischt werden muss. Die fieberhafte Produktion von Grippeimpfstoffen, sobald ein neuer Virusstamm auftaucht, würde sich entspannen. /


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Beitrag erschienen in Ausgabe 06/2011

 

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