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Analyse: Wer pflegt, wird oft selbst krank













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Analyse: Wer pflegt, wird oft selbst krank
 


Pflegende Angehörige sind kränker als Menschen, die nicht pflegen. Sie sind häufiger beim Arzt, brauchen mehr Medikamente und Hilfsmittel, aber bei der stationären Behandlung gibt es kaum Unterschiede. Dies folgert die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) aus einer eigenen Analyse. Sie verglich die Daten von 700 pflegenden Angehörigen zwischen 31 und 60 Jahren mit den Daten von Versicherten der gleichen Altersgruppe. Der Schwerpunkt lag auf Frauen, weil 90 Prozent der pflegenden Angehörigen Frauen sind.

Die häusliche Pflege geht an die Substanz. Pflegende Angehörige sind um bis zu 51 Prozent häufiger von chronischen und schweren Krankheiten betroffen als Nicht-Pflegende. Häufige Diagnosen waren Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme, Infekte, depressive Episoden, Depression und das Burn-out-Syndrom. Die SBK gab für diese Gruppe 18 Prozent mehr aus als im Durchschnitt, vor allem für ambulante ärztliche Behandlung, Arzneimittel sowie Heil- und Hilfsmittel. Wer pflegt, geht aber nicht häufiger ins Krankenhaus. Die Aufwendungen dafür unterschieden sich kaum.

Die Mehrfachbelastung durch Pflege, Beruf und Familie zehrt auch bei Jüngeren an den körperlichen und seelischen Kräften. Nach Angaben der SBK waren die 31- bis 40-Jährigen nach der Zahl der Diagnosen um 19 Prozent kränker als der Durchschnitt, gingen aber seltener zum Arzt. Ohne Angehörige läuft in der Pflege nicht viel. Laut Statistik werden drei Viertel der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut. Laut SBK waren im Jahr 2,4 Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen. 2050 sollen es bereits 4,5 Millionen sein. (bmg)

31.01.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Klementiev
 

 

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