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Tuberkulose: Doppelt wirksame Vakzine

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Tuberkulose: Doppelt wirksame Vakzine
 


Dänische Forscher haben einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose (Tb) entwickelt, der sowohl gegen eine Infektion schützt, als auch bei bereits Infizierten wirkt. In Tierversuchen konnte die Impfung eine Reaktivierung des Erregers nach einer Infektion verhindern. Dies berichten Forscher um Peter Andersen vom Statens Serum Institut in Kopenhagen im Fachjournal «Nature Medicine».

Der derzeit einzige verfügbare Tb-Impfstoff, die bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzte BCG-Vakzine, hat einen entscheidenden Nachteil: Er schützt vor einer schweren Erkrankung im Falle einer Erstinfektion, kann aber weder die Infektion selbst, noch einen Ausbruch der Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt verhindern.

Bei etwa 90 Prozent der Infizierten setzt sich der Tb-Erreger Mycobacterium tuberculosis im Körper fest und verbleibt dort unbemerkt. Bei etwa 10 Prozent dieser latent Infizierten wird der Erreger nach Jahren oder Jahrzehnten reaktiviert und verursacht eine akute Lungenerkrankung. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung ist laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mit dem Erreger infiziert.

Um bei latenten Infektionen eine Reaktivierung zu verhindern, haben Andersen und sein Team eine spezielle Vakzine entwickelt, die mehrere Antigene enthält. Neben zwei Antigenen, die der Erreger in der frühen Phase der Infektion produziert, enthält der Impfstoff das Protein Rv2660c, das während der Latenzphase gebildet wird. Eine Impfung konnte in mehreren Mausmodellen eine Erkrankung bei Erstinfektion verhindern. Zudem schützte sie vor einer Reaktivierung in der latenten Phase. Ob die Ergebnisse auf Menschen zu übertragen sind, ist unklar. Die Forscher werden in Kürze mit eine Phase-1-Studie beginnen, um dies zu testen. (ch)

doi: 10.1038/nm.2285

26.01.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Gabrysiak
 

 

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