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Gatifloxacin|Bonoq®|10|2001

NEUE ARZNEISTOFFE

 
10 Antibiotika/Chemotherapeutika


Gatifloxacin (Bonoq® Filmtabl.; Grünenthal)

 

+++Marktrücknahme wegen der Gefahr von Blutzucker-Abnormalitäten+++

 

 

 

 

 

Mit Gatifoxacin steht seit Anfang November 2001 ein neues Fluorchinolon als Breitspektrumantibiotikum mit Dosierungen von 400 mg und 200 mg zur Verfügung. Es gehört wie Moxifloxacin zur 4. Generation der Gydrasehemmer nach Einteilung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft. Diese Chinolone erfassen neben gramnegativen und grampositiven Bakterien (Streptokokken, Staphylokokken, Enterokokken, Pneumokokken) auch atypische Mikroorganismen (Chlamydien, Mycoplasmen) und Anaerobier. Wie alle Chinolone hemmt die Substanz die Topoisomerase II (Gyrase) und IV, die essenziell sind für die Teilung des Bakterienchromosoms. Gatifloxacin wirkt bakterizid. Die 200 mg-Tablette ist zugelassen zur ein- bis dreitägigen Therapie unkomplizierter Harnwegsinfekte sowie zur Eintages-Therapie der Gonorrhöe. Die höher dosierte Arzneiform ist zusätzlich indiziert bei Atemwegsinfektionen (ambulant erworbene Pneumonie, akute Exazerbation der chronischen Bronchitis, akute Sinusitis), bei komplizierten Harnwegsinfekten und einigen Haut- und Weichteilinfektionen. Je nach Schweregrad der Infektion dauert die Therapie 5 bis 14 Tage. Vergleichsstudien zeigten, dass einmal täglich 400 mg Gatifloxacin ebenso wirksam sind wie eine Standardtherapie, zum Beispiel mit Clarithromycin (zweimal 500 mg), Amoxicillin plus Clavulansäure (dreimal 625 mg) oder Amoxicillin (dreimal 1000 mg). Bei Gonorrhöe wirkten 400 mg und 600mg Gatifloxacin ebenso gut wie 400 mg Ofloxacin. Gatifloxacin wird einmal täglich unabhängig von der Nahrung eingenommen. Die Resorption ist gut, die absolute Bioverfügbarkeit liegt bei 100 Prozent. Ein Großteil des Wirkstoffs wird unverändert renal ausgeschieden. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird die Dosis daher reduziert. Die Nebenwirkungen, zum Beispiel Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen und Benommenheit, entsprechen denen anderer Gyrasehemmer. Auf Grund der Methoxy-Gruppe in Position 8 (anstelle eines Halogensubstituenten) scheint Gatifloxacin - wie Moxifloxacin - kaum phototoxisch zu wirken.



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