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Rotaviren: Impfung gilt als sicher













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Rotaviren: Impfung gilt als sicher
 


Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält den Impfstoff Rotarix® trotz Bedenken der US-Behörden weiterhin für ungefährlich. Die Vakzine enthalte zwar große Partikelmengen des Schweinevirus PCV-1, diese seien jedoch nicht infektiös, teilte das Institut mit. Eine Arbeitsgruppe habe den Impfstoff gegen Rotaviren untersucht. Die Wissenschaftler stellen ihre Befunde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Vaccine» vom 17. Januar 2011 vor.

Im vergangenen Frühjahr waren Bedenken der US-Gesundheitsbehörde FDA bekanntgeworden. Sie empfahl Kinderärzten, den vom Pharmaunternehmen Glaxo-Smith-Kline hergestellten Impfstoff vorerst nicht mehr zu verabreichen. Rotaviren sind besonders für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. Sie führen zu Durchfall. Lebensbedrohliche Flüssigkeitsverluste können die Folge sein.

Als die Bedenken auftauchten, waren laut PEI weltweit bereits millionenfach Kinder mit dem kontaminierten Impfstoff behandelt worden. Es seien keine Nebenwirkungen beobachtet worden, die auf die Verunreinigung zurückzuführen sein könnten. «Es war uns dennoch wichtig, selbst zu prüfen, ob durch diese Kontamination ein potenzielles Risiko für die Impflinge bestehen könnte», erklärte PEI-Präsident Professor Dr. Klaus Cichutek in der Mitteilung. «Unsere eigenen Untersuchungen waren sehr hilfreich, die vorgelegten Daten des Impfstoffherstellers kritisch zu hinterfragen und zu prüfen», ergänzte Dr. Johannes Blümel, Fachgebietsleiter Virussicherheit des PEI.

Laut PEI gelangte das Schweinevirus vermutlich durch kontaminiertes Trypsin, einem Hilfsstoff bei der Impfstoffproduktion, in die Produktionskette. Trypsin ist ein Gemisch aus Verdauungsenzymen aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen. Auch wenn von den PCV-1-Partikeln keine schädigende Wirkung ausgehen dürfte, habe das PEI bei der europäischen Arzneimittelbehörde angeregt, die Kontrolle von Schweinetrypsin, das in der Arzneimittelproduktion eingesetzt wird, neu zu regeln. 

14.01.2011 l PZ/dpa
Foto: GSK
 

 

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