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Fertilitätstest: Hormone zeigen Eizellvorrat an











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Fertilitätstest

Hormone zeigen Eizellvorrat an


Von Hannelore Gießen, München / Die Familiengründung wird heute häufig in spätere Jahre verschoben, abnehmende Fruchtbarkeit und Fehlgeburten sind mitunter der Preis. Ab einem Alter von 30 Jahren sinken die Konzeptionschancen bei Frauen, allerdings individuell unterschiedlich. Labor- und Ultraschalluntersuchungen können die Fertilität anzeigen.

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Mit zwei Millionen Eizellen kommt ein kleines Mädchen zur Welt, zum Zeitpunkt der Menarche beträgt das Reservoir in ihren Eierstöcken noch 400 000. Während der reproduktiven Phase werden in jedem Zyklus mindestens 40, möglicherweise sogar mehr als 100 Eizellen, benötigt. Kontinuierlich nimmt der Vorrat an den in Follikeln gespeicherten Eizellen ab, bevor die Eierstöcke ganz erschöpft sind. Gleichzeitig nehme die Zahl der Follikel mit schlechter Qualität exponentiell zu, je älter eine Frau sei, berichtete Dr. Bernd Lesoine beim ersten reproduktionsmedizinischen Symposium des Klinikums rechts der Isar in München.




Ab der Geburt nimmt die Zahl an Eizellen in den Eierstöcken ab.

Foto: Fotolia/Kaulitzki


Als Folge des späten Kinderwunsches bleiben vielen Paa­ren oft nur wenige Jahre, in denen die Frau uneinge­schränkt fruchtbar ist. Jenseits von 45 Jahren sind Spon­tan­schwangerschaften außerordentlich selten. Immer mehr Paare benötigen inzwischen reproduktionsmedizini­sche Hilfe, um ihr Ziel einer Familiengründung zu verwirk­lichen. Doch auch da sinken die Chancen, schwanger zu werden, mit steigendem Lebensalter.

 

Wie groß der individuelle Vorrat einer Frau an Eizellen ist, kann anhand einer einfachen Blutuntersuchung abge­schätzt werden: Am aussagekräftigsten ist eine Bestim­mung des Anti-Müller-Hormons (AMH), das Wachstum, Differenzierung und Reifung der Follikel steuert. Zusätzlich werden die Konzentrationen des Hypophysenhormons Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) sowie von Estradiol bestimmt. Ein hoher FSH-Wert in der ersten Zyklushälfte, kombiniert mit einem niedrigen Estradiol-Spiegel, deutet auf eine verminderte Fruchtbarkeit hin. Der beste Überblick über den Vorrat an Eizellen wird durch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung gewonnen, bei der in der frühen Zyklusphase alle Follikel beider Eierstöcke mit einem Durchmesser von zwei bis zehn Millimeter gezählt werden.

 

In westlichen Industriestaaten ist es keineswegs mehr selbstverständlich, in jüngeren Jahren ein Kind zu bekommen. Häufig entwickelt sich ein Kinderwunsch in einem Alter, in dem die Fruchtbarkeit bereits nachlässt. Doch nicht nur das Lebensalter, auch der Lebensstil wirkt sich auf die Fruchtbarkeit einer Frau aus: Starkes Übergewicht sowie Rauchen senken die Chance, schwanger zu werden, erheblich. Ob also die biologische Uhr laut oder leise tickt, hängt sowohl von individuellen Voraussetzungen als auch vom Lebensstil ab. /


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Beitrag erschienen in Ausgabe 02/2011

 

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