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Geschlechtskrankheiten: Syphilis hält sich hartnäckig

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Geschlechtskrankheiten: Syphilis hält sich hartnäckig
 


Sie ist seltener geworden, und doch hält sich die «Lustseuche» Syphilis weiter in Deutschland. Nach einem Anstieg zu Beginn des Jahrzehnts liegt die Zahl der Neuinfektionen erstmals wieder unter 3000, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Seit Einführung der Meldepflicht der Geschlechtskrankheit im Jahr 2001 stieg die bekannte Infektionszahl von 1697 auf 3352, dann stabilisierten sich die Neuerkrankungen bei 3000 bis 3500 Fällen pro Jahr. 2009 ging die Zahl auf 2761 zurück. Die Inzidenz liegt damit bei 3,3 Fällen pro 100 000 Einwohnern. Die höchsten Inzidenzen verzeichneten die Stadtstaaten Berlin (11,9) und Hamburg (9,4).

Betroffen sind vor allem Männer: Nur 164 der Erkrankten im vergangenen Jahr waren weiblich. Ihr Anteil liegt damit unter 6 Prozent. 2001 betrug der Frauenanteil noch 16 Prozent. Die höchste Inzidenz findet sich bei Männern zwischen 30 und 39 Jahren (15,0), den 40- bis 49-Jährigen (12,4) und den 25- bis 29-Jährigen (11,9). Frauen sind vor allem in einem Alter unter 40 betroffen. Vermutlich 83 Prozent der Ansteckungen fanden bei gleichgeschlechtlichem Verkehr unter Männern statt. Nur in drei Fällen kam es zu einer konnatalen Übertragung von der Mutter auf das Kind.

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema (T.) pallidum hervorgerufen. Der gramnegative Keim wird in der Regel über direkten sexuellen Kontakt übertagen und dringt durch Mikroläsionen der Schleimhaut oder Haut ein. Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner führt laut RKI mit einer etwa 30-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu einer Infektion. Vor allem im ersten Stadium, indem es zu schmerzlosen Geschwüren an der Eintrittsstelle sowie geschwollenen Lymphknoten kommt, sind die Infizierten höchst ansteckend. Bei rund der Hälfte der Betroffenen nimmt die Infektion einen symptomlosen Verlauf. (db)

16.12.2010 l PZ
Foto: Fotolia/ZTS
 

 

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