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Vernakalant: Neues Antiarrhythmikum auf dem Markt

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Vernakalant: Neues Antiarrhythmikum auf dem Markt
 


Mit Vernakalant ist in diesem Monat ein neues Antiarrhythmikum auf den Markt gekommen. Es verhilft Erwachsenen mit akutem Vorhofflimmern wieder zu einem normalen Herzrhythmus. Nach intravenöser Gabe von Brinavess® erreicht etwa die Hälfte der Patienten in wenigen Minuten eine Konversion in den Sinusrhythmus. Dies zeigten große Studien, in denen das neue Medikament mit Placebo oder Amiodaron verglichen wurde. Die Patienten erhalten intravenös eine Dosis von 3 mg/kg Körpergewicht, maximal 339 mg, über zehn Minuten. Kommt es innerhalb von 15 Minuten nicht zur Konversion, kann eine zweite Infusion mit 2 mg/kg KG, maximal 226 mg, folgen. Bei eingeschränkter Leber- und Nierenleistung oder bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung nötig. Während der Behandlung müssen die Patienten genau überwacht werden. Sprechen sie nicht auf Vernakalant an, kann eine elektrische Kardioversion erwogen werden.

Das neue Antiarrhythmikum wirkt vor allem am Herzvorhof (Atrium) und weniger auf die Hauptkammern des Herzens (Ventrikel). Es blockiert bestimmte Natrium- und Kaliumkanäle und damit elektrische Ströme. So verlängert es die atriale Refraktärzeit und verzögert die Überleitungsgeschwindigkeit in die Herzkammern. Vorhofflimmern gilt als häufigste anhaltende Herz-Rhythmus-Störung und entsteht, wenn die Herzvorhöfe sehr rasch und unregelmäßig schlagen. In der Folge entsteht ein unregelmäßiger Herzrhythmus. Viele Patienten fühlen dies als Herzklopfen, Herzjagen und Schwindel. Das Vorhofflimmern verhindert außerdem eine geordnete Pumpfunktion der Vorhöfe und kann so die Herzleistung reduzieren. Typische Beschwerden hierfür sind eine allgemeine Leistungsminderung, Schwäche, Luftnot und Ödeme in den Beinen. (bmg)

16.12.2010 l PZ
Foto: Fotolia/Luz
 

 

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