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Augenheilkunde: Novartis will Marktführer werden














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Augenheilkunde: Novartis will Marktführer werden
 


Der schweizerische Pharmakonzern Novartis hat sich nach langem Hin und Her mit den Minderheitsaktionären von Alcon auf die vollständige Übernahme des Augenspezialisten geeinigt. Dazu musste Novartis allerdings seine ursprüngliche Offerte nachbessern – auf insgesamt 12,9 Milliarden US-Dollar (9,7 Milliarden Euro). Novartis habe sich mit Alcon endgültig auf eine Fusion geeinigt, teilte der Konzern heute mit. Für jede noch ausstehende Alcon-Aktie zahlen die Schweizer den Gegenwert von 168 Dollar. Bezahlt wird  in Novartis-Aktien und in bar. Die Novartis-Papiere legte am Vormittag an der Börse in Zürich um 3,17 Prozent auf 55,30 Schweizer Franken zu. Das Unternehmen werde nun zum Marktführer in der Augenheilkunde aufsteigen, sagte der Präsident des Novartis-Verwaltungsrats, Daniel Vasella.

Alcon ist ein weltweit führender Hersteller von Produkten für die Augenchirurgie, während Novartis über ein umfangreiches Kontaktlinsenangebot, Technologien der Augenheilkunde und eine Pipeline von entsprechenden Arzneimitteln verfügt. Die Augenheilkunde bietet laut Novartis angesichts zunehmender medizinischer Bedürfnisse in den Schwellenländern und wegen des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung große Wachstumschancen. Alcon war 1945 in den USA gegründet worden. Lange Zeit gehörte das Unternehmen mehrheitlich dem schweizerischen Lebensmittelkonzern Nestlé. Novartis erwarb 2008 zunächst 25 Prozent der von Nestlé gehaltenen Alcon-Aktien und Anfang 2010 dann die restlichen 52 Prozent. Dafür bezahlte Novartis insgesamt rund 39 Milliarden Dollar. Seitdem bemühte sich der Konzern bei den Minderheitsaktionären um den Kauf der übrigen 23 Prozent. Diese lehnten aber das Novartis-Angebot stets als zu gering ab. Um die Fusion zu stemmen, will Novartis 108 Millionen neue Aktien ausgeben. Hinzu kommen 107 Millionen Papiere aus eigenem Bestand. Alcon wird nun ganz im Novartis-Konzern aufgehen. Geleitet wird das neue Segment weiter vom bisherigen Alcon-Chef Kevin Buehler. Durch die Eingliederung steigt der Spartenumsatz laut Novartis auf rund 8,7 Milliarden Dollar. Der Konzern geht davon aus, dass die Fusion in der ersten Jahreshälfte 2011 vollzogen werden kann. Voraussetzung dafür sind die Genehmigung durch die US-Börsenaufsichtsbehörde sowie die Zustimmung von je einer Zweidrittelmehrheit der Aktionäre von Novartis und Alcon.

15.12.2010 l dpa
Foto: Fotolia/Coka
 

 

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