Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 












DIREKT ZU

 


NACHRICHTEN

 
Studie: Gedanken an Essen machen satt
 
Studie: Gedanken an Essen machen sattNur an essen zu denken, kann bereits satt machen: Wer sich eine Mahlzeit ausführlich genug vorstellt, bekommt nach US-amerikanischen Forschungsergebnissen nicht mehr Appetit, sondern weniger. Das haben Wissenschaftler der privaten Carnegie-Mellon-Universität aus Pittsburgh (US-Staat Pennsylvania) herausgefunden und berichten im Wissenschaftsjournal «Science» darüber. Bislang war nicht nur bei Laien die Auffassung weit verbreitet, dass man beim Denken an zum Beispiel einen Braten auch Appetit auf einen solchen bekommt. Auch die Mehrheit der Wissenschaftler war der Auffassung, dass beim Denken an eine Speise die gleichen neuronalen Prozesse ablaufen wie beim Essen, Riechen oder Sehen des Gerichts. Nach den Ergebnissen der Pittsburgher Forscher ist es aber komplizierter: Zwar macht der flüchtige Gedanke an eine Speise Appetit, je detaillierter man sich jedoch vorstellt, sie zu essen, umso stärker schrumpft der Appetit.

«Unsere Resultate zeigen, dass es grundsätzlich verkehrt ist, die Gedanken an begehrte Speisen zu unterdrücken, um seinen Appetit zu zügeln», sagte Studienleiter Carey Morewedge. Er hatte mit seinen Mitarbeitern einige Probanden gebeten, sich das Essen von Schokoladendragees vorzustellen. Andere sollten an das Einwerfen von Münzen denken, jeweils mit unterschiedlicher, aber genau festgelegter Anzahl. Anschließend wurden allen die Bonbons angeboten. Wer sie vorher schon in Gedanken gegessen hatte, griff jetzt weniger zu. Die Forscher rechnen das der Gewöhnung (Habituierung) an den Appetitreiz zu. «Habituierung ist einer der fundamentalen Prozesse, die bestimmen, wie viel wir konsumieren, wann wir aufhören, und wann wir dazu übergehen, etwas anderes zu konsumieren», sagte Joachim Vosgerau, Professor für Marketing und Beteiligter an der Untersuchung. «Zu einem gewissen Grad ist die reine Vorstellung einer Erfahrung ein Ersatz für tatsächliche Erfahrung. Der Unterschied zwischen mentaler Vorstellung und tatsächlicher Erfahrung mag sehr viel kleiner sein als bisher angenommen.»

doi: 10.1126/science.1195701

10.12.2010 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/LanaK
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 

MCP-Tropfen: Neuer Rezepturhinweis erstellt

Das DAC/NRF hat einen neuen Rezepturhinweis zur Herstellung von MCP-Tropfen online gestellt. Hintergrund ist die gestiegene Nachfrage nach...

Apotheken: Umsatzwachstum im ersten Quartal

Deutsche Apotheken haben in den ersten drei Monaten des Jahres einen Gesamtumsatz von rund 7,4 Milliarden Euro erzielt. Das sind 6,3...

Kassen: Patienten haben Recht auf Beratung

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat die Apotheker aufgefordert, ihrer Beratungspflicht angemessen...

Herzinfarkt: Meistens kann geholfen werden

Nach einem Herzinfarkt sterben vier Prozent der Patienten im Krankenhaus. Mit diesem Wert stehe Deutschland im europäischen Vergleich gut...

 
 

Stiftung Warentest: Apothekenberatung gut bis ausreichend
Die Stiftung Warentest hat mal wieder stichprobenartig die Beratung in Apotheken überprüft. Die Ergebnisse erscheinen heute im Magazin...

AstraZeneca: Generika-Konkurrenz drückt Quartalsergebnis
Generika machen dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca weiterhin zu schaffen. Im ersten Quartal 2014 ging der Gewinn im...

Pflege: Verband will vors Verfassungsgericht ziehen
Der Sozialverband VdK will wegen «grundrechtswidriger Zustände» im deutschen Pflegesystem das Bundesverfassungsgericht anrufen. Mit zehn...

Novartis: Erstes Quartal mit dickem Plus
Hohe Nachfrage aus den Schwellenländern und der Verkauf des Bluttransfusionsgeschäfts haben dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis im...

Tamiflu: Linke wollen Einlagerung stoppen
Nach der ernüchternden Bewertung der Grippemittel Tamiflu und Relenza durch die renommierte Cochrane Collaboration fordert die Linkspartei,...

Kardiologe: Gesundheit sollte Schulfach werden
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Prof. Dr. Christian W. Hamm, hat mehr gesundheitliche Aufklärung an den...

USA: Erster Antikörper gegen Magenkrebs
In den USA ist erstmals ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasenbildendem Magenkrebs zugelassen...

Masern: Spezifischer Polymerasehemmer in Entwicklung
Im Tierversuch haben Wissenschaftler eine neue Substanz erfolgreich gegen ein Virus getestet, das dem Masernerreger ähnelt. Der...

Forschung: Internisten beklagen Geldknappheit
Die Universitätskliniken in Deutschland bekommen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zu wenig Geld für...

Studienergebnisse: Darauf sollten Sie achten
Die Aussagekraft von Arzneimittelstudien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit hängt maßgeblich von ihrem Design ab. Der aktuelle...

Palliativmedizin: Studien ignorieren Nutzen für Patienten
In Studien mit Krebspatienten im Endstadium wird nach Ansicht des IQWiGs zu wenig Wert auf den tatsächlichen Nutzen einer Chemo- oder...

vfa: Impfstoff-Ausschreibungen überprüfen
Rabattverträge im Impfstoffbereich stehen zunehmend in der Kritik. Auch der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) fordert die...

Alkohol und Tabak: verharmloste Suchtmittel
Alkohol- und Tabakkonsum wird in Deutschland noch immer verharmlost. Das beklagte Raphael Gaßmann von der Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)...

Masern & Co: Impflücken schließen!
Zum Auftakt der Europäischen Impfwoche rufen die Gesundheitsbehörden alle Erwachsenen auf, ihre Kinder impfen zu lassen und ihren eigenen...

Saudi-Arabien: Corona-Virus breitet sich aus
Das gefährliche Coronavirus MERS breitet sich in Saudi-Arabien weiter aus. Wie das dortige Gesundheitsministerium heute mitteilte, starben...

Noch mehr Meldungen...