Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

EGK: Regierung erhöht Druck












DIREKT ZU

 


NACHRICHTEN

 
EGK: Regierung erhöht Druck
 


Mit Zwangsmaßnahmen will die schwarz-gelbe Bundesregierung Schwung in das kränkelnde Milliarden-Projekt «elektronische Gesundheitskarte» (EGK) bringen. Per Gesetz wurden alle Kassen bundesweit dazu verpflichtet, bis Ende 2011 mindestens zehn Prozent ihrer Versicherten mit der bei vielen Ärzten auch aus Datenschutzgründen ungeliebten EGK auszustatten. Rund 7 Millionen Karten müssen binnen zwölf Monaten produziert und verteilt sein. Andernfalls drohen Strafzahlungen: Bei den Kassen sollen die Verwaltungskosten um zwei Prozent gekürzt werden, was in die Millionen gehen dürfte.

Keine Rede ist mehr von der Pilotregion Nordrhein, wo die rund 9 Millionen Versicherten nach ursprünglichem Plan schon seit Ende des Jahres die Chipkarte im Portemonnaie haben sollten. Nun soll die Karte gleich übers ganze Bundesgebiet verteilt werden. Dabei verlief die Ausgabe schon im Testgebiet monatelang im Schneckentempo, denn die Unsicherheit über das, was die EGK können soll, ist groß.

Die AOK Rheinland/Hamburg, mit knapp drei Millionen Versicherten größte Kasse der Nordrhein-Region, hat bislang nur 25 000 Karten ausgegeben. 2,4 Millionen müssen es bei der AOK bundesweit bis Ende 2011 sein. Bei der Techniker Krankenkasse sind bisher nur 5000 neue Karten ausgegeben worden, 760 000 sind bundesweit gefordert.

«Zwang ist immer ein schlechtes Mittel», sagt der Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs. Immerhin stehe die Gesundheitskarte schon seit vier Jahren im Gesetz. «Rund um die Karte ist nur herumgeeiert worden.» Schon kurz nach dem Start im Oktober 2009 kam die Ausgabe ins Stocken, auch der Neustart nach einem Streit zwischen Kassen und Politik brachte keinen Schwung. Bisher könne die neue EGK nicht viel mehr als die alte Versichertenkarte. Neu sind das Foto und der Auslandskrankenschein. Außerdem können die Stammdaten etwa bei Heirat oder Umzug online geändert werden, sodass nicht mehr wie bisher eine neue Karte gedruckt werden müsse. «Aber das reicht nicht für dieses Investment», sagt Jacobs. «Da muss noch etwas draufgeladen werden.» Die neue Karte hat viele Speicher, die aber außer den Notfalldaten zur Blutgruppe oder zu Allergien nur online zum Einsatz kommen. So kann die Karte Kennzeichen für den Organspendeausweis, das elektronische Rezept, aber auch das Ruhen der Leistungen und den Zuzahlungsstatus enthalten. Die Kassen setzen vor allem auf die elektronische Patientenakte, um den Papierkrieg zwischen Praxen und Kassen zu beenden. Über alle Daten auf dem Chip entscheidet der Versicherte.

03.01.2011 l PZ/dpa
Foto: Techniker Krankenkasse
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Managerkrankheit des Auges: Sehstörungen durch Stress

Zu viel Stress im Privatleben oder am Arbeitsplatz kann Sehstö­rungen auslösen. Betroffen von dieser «Managerkrankheit des Auges», auch...



Neues Hilfsangebot für junge Frauen mit Krebs

Jungen Frauen, die an Krebs erkrankt sind will die «Frauenselbsthilfe nach Krebs» mit einem neuen Netzwerk Unterstützung bieten. Das...



Ebola: Mehr Todesfälle als bei allen vorherigen Epidemien

Die Ebola-Epidemie in Westafrika könnte neun Monate dauern und die Zahl der Infizierten auf bis zu 20.000 steigen. Das geht aus einem...



Mit Nasenknorpel Knie reparieren

Nasale Chondrozyten können beschädigte Knorpel an Gelenken ersetzen. Die Zellen aus der Nasenscheidewand seien in der Lage, sich an die...

 
 

Daclatasvir: Neues Hepatitis-C-Medikament zugelassen
Die Innovations-Pipeline der Hepatitis-C-Forschung sprudelt weiter. Jetzt hat sie einen neuartigen Wirkstoff ausgespuckt: Daclatasvir...

Nebenwirkungen: Bislang wenig Meldungen von Patienten
60.170 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) aus Deutschland wurden im Jahr 2013 dem Bundesinstitut für Arzneimittel und...

Notärzte: Jeder zweite bis dritte Totenschein falsch
Die Ausbildung der Mediziner für eine Leichenschau ist aus Sicht des Potsdamer Rechtsmediziners Dr. Jörg Semmler unzureichend. «Die...

Kongo: Ebola-Ausbruch durch Wildfleisch-Verzehr
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine Virus-Übertragung durch den Verzehr von...

Einigung: Mehr Geld für Ärzte und Psychotherapeuten
Nach einer der zügigsten Honorarverhandlungsrunden haben sich niedergelassene Ärzte und Krankenkassen auf eine Anhebung der Vergütung um...

Apotheker helfen: Schutzkleidung für Ebola-Helfer
Die deutsche Hilfsorgani­sation Apotheker helfen hat mit verschiedenen Partnern zusammen Schutzkleidung für die Helfer der...

Arzneistoff-Produktion: Opioide aus Hefezellen
Natürliche und semisynthetische Opioide könnten demnächst aus Hefezellen gewonnen werden, statt die Opium-Pflanze Papaver somniferum...

Ebola: WHO-Experte wird in Hamburg behandelt
Erstmals behandeln Ärzte in Deutschland einen an Ebola erkrankten Menschen. Ein Spezialjet mit dem infizierten Mitarbeiter der...

Apobank verzeichnet positive Entwicklung
Die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) ist mit den Geschäften im ersten Halbjahr 2014 zufrieden. Mit einem Überschuss von rund 25 Millionen...

Nordrhein: Engelen bleibt Kammerpräsident
Lutz Engelen (Foto) wurde für eine weitere Wahlperiode als Präsident der Apothekerkammer Nordrhein im Amt bestätigt. Die Mitglieder der...

Senioren: Grippeschutz besser bei höherer Impfdosis
Ein hochdosierter, trivalenter, inaktivierter Influenza-Impfstoff (IIV3-HD mit 60 µg Hämagglutinin pro Stamm) schützt Personen ab 65 Jahren...

Ebola: Deutschland gut vorbereitet
Ebola-Patienten könnten in Deutschland an verschiedenen Orten behandelt werden. Hierzulande gibt es etliche Zentren mit...

Krankenkassen: Schulden der säumigen Zahler werden mehr
Die Außenstände der Krankenkassen nehmen, einem Zeitungsbericht zufolge, weiter zu. Und dies trotz gesetzlicher Bemühungen, die hohen...

Ebola: Bislang über 120 Helfer gestorben
Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika haben sich medizinische Helfer in bisher beispiellosem Ausmaß mit dem Virus infiziert. Bislang hätten...

E-Zigaretten: WHO will Verkaufsverbot für Minderjährige
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allen Staaten ein Verbot des Verkaufs von E-Zigaretten an Minderjährige empfohlen. Zudem müssten...

Noch mehr Meldungen...