Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Pflegegipfel: Maßnahmenpaket angekündigt

NACHRICHTEN

 
Pflegegipfel: Maßnahmenpaket angekündigt
 


Gegen den Fachkräftemangel in der Pflege setzt Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf eine Reform der Ausbildung, ausländische Kräfte und umgeschulte Arbeitslose. Mehr Aufstiegschancen und weniger Bürokratie sollen Pflege zudem attraktiver machen, sagte Rösler nach einem Spitzentreffen gegen den Pflegemangel in Berlin. Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, sagte: «Wir sind an einem Meilenstein angekommen.» Schon heute fehlten 50 000 Pflegekräfte. «Das Problem ist anerkannt.» Die angekündigte Finanzreform der Pflegeversicherung rückt unterdessen nach hinten. Mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe er bereits darüber gesprochen, wie ein auslaufendes Programm zur Umschulung von Arbeitslosen und Pflegehelfern hin zur Pflegekraft weitergeführt werden könne, sagte Rösler. Noch im Januar solle es ein Treffen beider Minister sowie der Pflege-Arbeitgeber geben, um das Programm weiterzuführen und zu finanzieren. Die Arbeitgeber sollten sich beteiligen.

Bei der Koalitionsrunde am Donnerstag wolle Rösler sich zudem dafür einsetzen, dass auch Pflegekräfte leichter Zugang auf den deutschen Arbeitsmarkt bekommen. «Wir sind uns einig, dass Zuwanderung alleine das Problem nicht wird lösen können», sagte Rösler. Kulturelle und sprachliche Barrieren stünden dem entgegen. Entsprechend den Forderungen der Verbände versprach Rösler, sich für eine einheitliche Anerkennung der Abschlüsse stark zu machen. In weiteren Dialogrunden bis ins nächste Jahr hinein wolle er sich auch um das Thema Angehörige von Pflegebedürftigen kümmern, um Entbürokratisierung, um den Bereich Demenz, unterschiedliche Wohnformen sowie nicht zuletzt um die Frage der Finanzierung. Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege solle zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengefasst werden, kündigte Rösler an. Spätere zusätzliche Qualifikationen sollten verstärkt möglich werden. Angesichts der enormen Fluktuation in der Branche solle Pflegekräften geholfen werden, mit seelischen Belastungen fertig zu werden. Zudem sollten die Arbeitgeber den Pflegekräften möglichst mehr als den Mindestlohn zahlen. Andernfalls kämen sie im Wettbewerb um die Kräfte nicht weit.

In 15 Jahren fehlen der Branche laut Statistischem Bundesamt 112 000 Vollzeitstellen. Mehr als 80 Prozent der Beschäftigten in der Pflege sind Frauen. In Westdeutschland arbeiten mehr als zwei Drittel in Teilzeit als Krankenschwester, Hebamme, Altenpflegerin oder Gesundheitshelferin. Konkrete Vorschläge für eine Pflege-Finanzreform wollte Rösler noch nicht machen.

08.12.2010 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Raths
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Gehirn räumt im Schlaf auf

Im Schlaf sinkt die allgemeine Aktivität der Synapsen, die meisten Verbindungen werden geschwächt, manche sogar ganz abgebaut. Das konnten...



Gastrologen veröffentlichen «Klug entscheiden»-Empfehlungen

Krankheitsschübe bei Morbus Crohn lassen sich durch die dauerhafte Gabe von Cortison nicht wirksam verhindern, die normale Bevölkerung...



Myrcludex B vielversprechend gegen Hepatitis D

Myrcludex B, der erster Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse gegen Hepatitis B und D, hat sich in einer klinischen Phase-I-Studie als gut...



Vorsicht im Sommer: Babys wird’s schnell zu heiß

Wenn es draußen heiß ist, sollten Babys und Kinder möglichst zwischen 10 und 16 Uhr zuhause bleiben und ausreichend trinken. Niemals dürfe...

 
 

Rabattverträge: ABDA gegen Exklusivvergabe
Schließen die Krankenkassen mit lediglich einem Arzneimittelhersteller einen Rabattvertrag ab, erhöht dies das Risiko für Lieferengpässe....

Zivile Verteidigung: Notversorgung betrifft auch Arzneimittel
Die Bundesregierung will mit einer neuen «Konzeption Zivile Verteidigung» lebenswichtige Grundbedürfnisse der Menschen im Fall eines...

Zytostatika: Krankenhäuser wollen Patienten selbst versorgen
Nach dem Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen kritisiert nun auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)...

Orlistat: Daten zu Nebenwirkungen geschönt
Die Daten zur Verträglichkeit des Lipasehemmers Orlistat wurden in den Zulassungsstudien womöglich beschönigt. Zu diesem Schluss kommt ein...

Kindervorsorge: Neue Regeln für U-Untersuchungen
Von September an gelten neue Regeln für die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt. Mit dem neuen Programm (U1 bis U9) wird auch das...

Onkologen: Chaos bei Versorgung mit Krebsmedikamenten
Nach dem Start eines Ausschreibungsverfahrens für Krebsmedikamente in mehreren Bundesländern berichten Ärzte von teils chaotischen...

Erste lokale Zika-Übertragungen in Miami bestätigt
Die Behörden des US-amerikanischen Bundesstaats Florida haben eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami...

Grüne: Fitness-Apps gefährden Solidargedanken
Die Grünen haben vor einer Aushöhlung des Solidargedankens in der Krankenversicherung durch Gesundheits-Apps gewarnt. «Beitragsermäßigungen...

Bayern: Huml für GKV-Spitzenverbände auf Länderebene
Als realitätsfern und zentralistisch hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) den GKV-Spitzenverband bezeichnet. «Das Monopol...

Stada: Machtkampf um Aufsichtsrat tobt
Beim Pharma-Hersteller Stada gibt es bereits vor der Hauptversammlung am 26. August Krach: Nach dem Rücktritt des Vorstandschefs Hartmut...

Kritik an Abrechnungen: Das Geschäft mit dem Tod
Wenn ein Mensch stirbt, stellt der Arzt den Totenschein aus und die Angehörigen bezahlen dafür. Weil mit dem Ableben die Mitgliedschaft in...

Chronisch kranke Kinder: Pilotprojekt Online-Beratung
Wenn Kinder an Asthma, Diabetes oder Mukoviszidose erkranken, stoßen Eltern und Geschwister häufig an psychische Grenzen. Jedes achte Kind...

Staphylokokken: Blutvergiftung durch Lipopeptide
Blutvergiftungen infolge einer Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus verursachen jedes Jahr viele Todesfälle in Deutschland....

Cholera in Haiti: UN wollen Verantwortung überdenken
Die Vereinten Nationen (UN) wollen angesichts einer möglichen Mitschuld an einem Cholera-Ausbruch mit mehr als 8500 Toten in Haiti ihren...

K.-o.-Tropfen: Gefahr durch Liquid Ecstasy
Das offene Getränk nicht unbeaufsichtigt lassen und keine offenen Drinks von Fremden oder Partybekanntschaften annehmen: Diese Ratschläge,...

Noch mehr Meldungen...












DIREKT ZU