Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Rote-Hand-Brief: Kieferosteonekrosen unter Sunitinib

NACHRICHTEN

 
Rote-Hand-Brief: Kieferosteonekrosen unter Sunitinib
 


Werden Krebspatienten mit Sunitinib und intravenösen Bisphosphonaten behandelt, steigt die Gefahr für eine Osteonekrose des Kiefers. Wie Sutent®-Hersteller Pfizer in einem Rote-Hand-Brief mitteilt, trat diese Nebenwirkung bei Krebspatienten unter Sunitinib-Behandlung auf. Die Mehrzahl dieser Patienten hatte gleichzeitig oder zuvor ein intravenöses Bisphosphonat erhalten. Von Bisphosphonaten ist bereits bekannt, dass sie einer Kieferosteonekrose den Weg bereiten können. Der Effekt könnte von Sunitinib verstärkt werden oder auch durch den Tyrosinkinase-Hemmer allein auftreten. Vor einer Behandlung mit Sunitinib sollten Patienten daher zahnärztlich untersucht werden. Bei gleichzeitiger intravenöser Gabe von Bisphosphonaten sollten invasive zahnärztliche Eingriffe vermieden werden.

Laut Hersteller wurden zwischen Januar 2006 und Januar 2010 weltweit etwa 101 400 Patienten mit Sunitinib behandelt, einschließlich klinischer Studien. Es wurden 27 Fälle von Kieferosteonekrosen gemeldet. Durch den starken antiangiogenetischen Effekt von Sunitinib könnte der Arzneistoff die Hemmung des Knochenumbaus im Kiefer verstärken und einer Schleimhautheilung entgegenwirken. Dadurch könnte der Knochen infektanfälliger werden. (db)

03.12.2010 l PZ
Foto: Fotolia/Race
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


IQWiG: Zwei Präparate fallen durch

Weder das Antidepressivum Vortioxetin (Brintellix®) noch die antidiabetisch wirksame Kombination aus Insulin degludec plus...



Doppelschlag gegen Hautkrebs

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt die EU-Zulassung für die Kombination aus Dabrafenib...



Essstörungen: Mehr Jugendliche betroffen

Magersucht, Bulimie oder Esssucht: Die Krankenkasse Barmer GEK zählt in Berlin und Brandenburg deutlich mehr Jugendliche mit Essstörungen...



Passivrauchen erhöht Risiko für Schlaganfall

Eine neue US-amerikanische Studie belegt, dass auch Menschen, die passiv Zigarettenrauch ausgesetzt sind, ein höheres Risiko haben, einen...

 
 

Griechenland: Kassenärzte lassen sich bar bezahlen
Aus Protest gegen große Schulden des griechischen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) sind die griechischen Kassenärzte heute in...

Mehr Infektionen durch mangelnde Hygiene in Schlachthöfen
Geflügelfleisch ist häufig mit krankmachenden Keimen belastet: Die Zahl der von einem bestimmten Keim verursachten Darmerkrankungen ist...

MRT: Gadolinium-Rückstände im Gehirn
Die wiederholte Verwendung von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln (zum Beispiel Gadobutrol, Gadopentetat dimeglumin) in der...

Ebola: Neuer Impfstoff wirkt
Ein neuer Impfstoff könnte das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika einleiten: In einer großen Studie in Guinea schützte das Mittel...

Kalorien: Kein Fast Food ist auch keine Lösung
Wer essen geht, nimmt mehr Kalorien zu sich als derjenige, der sich zu Hause etwas kocht. Dabei spielt es keine Rolle, ob das besuchte...

MERS-Virus: Impfstoffe in Vorbereitung
Zwei Impfstoffkandidaten gegen das MERS-Coronavirus (MERS-CoV) stehen kurz vor dem Einstig in die klinische Prüfung. Das berichten ein Team...

Griechenlandreisen: DAK empfiehlt Zusatzversicherung
Bei Urlaubsreisen nach Griechenland empfiehlt die Krankenkasse DAK-Gesundheit ausdrücklich, eine private Reisekrankenversicherung...

Schlichtungsstelle für Arztfehler: Über 4000 Fälle pro Jahr
Die Schlichtungsstelle in Hannover für Fragen der Haftung von Ärzten bei Behandlungsfehlern prüft jährlich mehr als 4000 Fälle. Die...

Crystal: Grundstoff-Handel soll stärker überwacht werden
Bayern und Sachsen wollen gemeinsam gegen die synthetische Droge Crystal vorgehen und eine europaweit schärfere Überwachung bei den legal...

Forscher: Tigermücke überwintert schon in Deutschland
Die als Krankheitsüberträger gefürchtete Asiatische Tigermücke könnte hierzulande heimisch werden: Sie überwintert nach Beobachtung von...

Psyche: Atomkatastrophen belasten Betroffene schwer
Atomkatastrophen wie in Tschernobyl oder Fukushima haben einer Studie zufolge für die Opfer gravierende, oft übersehene psychische Folgen....

Insektenstiche: An allergische Reaktionen denken
Die Gefahr schwerer allergischer Reaktionen auf Stiche von Wespen oder Bienen sollte nach dem Rat von Medizinern nicht unterschätzt werden....

WHO: Glyphosat wahrscheinlich krebserregend
Das weit verbreitete Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat ist nach Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC)...

Antikorruptionsgesetz: ABDA lobt Klarstellung zu Rabatten
Die Apotheker begrüßen den gestern vorgelegten Kabinettsentwurf für das geplante Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen grundsätzlich....

Noch mehr Meldungen...